Auch Frauen sind in urologischen Praxen häufig, vor allem wegen Blasenentzündungen, Inkontinenz und Nierensteinen.
Das Fach ist zugleich chirurgisch und internistisch: Operationen, Krebsbehandlung, Medikamente, Vorsorge und Kinderwunsch gehören dazu.
Für den ersten Termin brauchen Sie keine Überweisung. Kommen Sie mit gefüllter Blase, das spart einen zweiten Termin.
Die Urologie ist zuständig für die Harnorgane von Frauen, Männern und Kindern und zusätzlich für die Geschlechtsorgane des Mannes. Das umfasst Nieren, Harnleiter, Blase und Harnröhre bei allen sowie Prostata, Hoden und Penis beim Mann.
Die verbreitete Vorstellung, es handele sich um ein reines Männerfach, ist damit falsch und hat Folgen: Frauen mit wiederkehrenden Blasenentzündungen, Inkontinenz oder Nierensteinen suchen häufig zu spät urologische Hilfe. Tatsächlich ist ein erheblicher Teil der Patienten in einer urologischen Praxis weiblich.
Der größte Teil ist Gespräch. Gefragt wird nach Beschwerden, deren Verlauf, nach Vorerkrankungen, Operationen und Medikamenten. Viele Fragen klären sich dabei, bevor überhaupt eine Untersuchung nötig wird.
Es folgen in aller Regel eine Urinprobe, für die Sie idealerweise mit gefüllter Blase kommen, und ein Ultraschall von Nieren und Blase, der auch den Restharn misst. Beides ist schmerzlos und dauert wenige Minuten.
Bei Männern ab einem gewissen Alter oder bei entsprechenden Beschwerden kommt die Tastuntersuchung der Prostata über den Enddarm hinzu. Sie dauert etwa zehn Sekunden, ist unangenehm, aber nicht schmerzhaft, und liefert Informationen, die kein Bluttest ersetzt.

Ultraschall ist das wichtigste Werkzeug: strahlungsfrei, sofort verfügbar, beliebig wiederholbar. Er beurteilt Nieren, Blase, Prostata und Hoden.
Die Harnstrahlmessung zeichnet den Fluss beim Wasserlassen auf und zeigt objektiv, ob eine Abflussbehinderung besteht.
Die Blasenspiegelung beurteilt die Schleimhaut direkt. Sie erfolgt heute meist ambulant mit flexiblem Instrument und Gleitgel mit Betäubungsmittel.
Der PSA-Wert ist eine Blutuntersuchung zur Früherkennung des Prostatakarzinoms, über deren Nutzen und Grenzen vorher aufgeklärt wird.
Für viele ist unklar, was nach dem ersten Termin passiert. In aller Regel folgt einer von drei Wegen.
Abgeschlossen nach einem Termin. Das ist häufiger als vermutet. Ein unkomplizierter Harnwegsinfekt, eine harmlose Zyste im Ultraschall oder eine beruhigende Abklärung nach einem Tastbefund brauchen keine Fortsetzung.
Behandlung mit Kontrolle. Etwa bei Prostatabeschwerden: Medikament beginnen, nach vier bis sechs Wochen beurteilen, ob es wirkt, gegebenenfalls anpassen. Danach Kontrollen in größeren Abständen.
Weiterführende Diagnostik. Bei Blut im Urin, auffälligem PSA-Wert oder unklarem Befund folgen gezielte Untersuchungen, meist innerhalb weniger Wochen. Dass eine weitere Untersuchung angesetzt wird, bedeutet nicht, dass etwas Schlimmes vermutet wird, sondern dass eine Frage offen ist.
Die niedergelassene Praxis ist für alles Erste zuständig: Abklärung, Medikamente, Vorsorge, Nachsorge, ambulante Eingriffe. Sie kennt Sie über Jahre und behält den Verlauf im Blick.
Die Klinik kommt bei Operationen, bei komplexen Fällen und bei Notfällen hinzu. Für seltene Erkrankungen und aufwendige Eingriffe lohnt der Blick darauf, wie häufig ein Haus den jeweiligen Eingriff durchführt. Diese Frage zu stellen ist üblich und wird nicht als Misstrauen verstanden.
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Der häufigste Grund, warum Menschen zu spät kommen, ist nicht Unwissen, sondern Verlegenheit. Drei Gedanken helfen erfahrungsgemäß.
Es ist Routine. Was Ihnen einmalig und peinlich erscheint, sieht das Team mehrmals täglich. Es gibt praktisch keine Schilderung, die dort neu wäre.
Sie bestimmen das Tempo. Sie können sagen, dass Ihnen etwas unangenehm ist, dass Sie eine Untersuchung erklärt bekommen möchten oder dass Sie eine Begleitperson dabeihaben wollen.
Die Wahl steht Ihnen frei. Es gibt Urologen. Wenn das für Sie den Unterschied macht, ob Sie hingehen oder nicht, ist es ein guter Grund für die Auswahl.
Kommen Sie mit gefüllter Blase, damit sofort eine Urinprobe gewonnen und der Restharn gemessen werden kann. Bringen Sie eine Liste Ihrer Medikamente mit, einschließlich rezeptfreier Mittel und Nahrungsergänzung.
Bei Beschwerden beim Wasserlassen ist ein Miktionsprotokoll über zwei bis drei Tage außerordentlich hilfreich: wann Sie trinken, wann Sie gehen, wie viel dabei zusammenkommt. Es beantwortet Fragen, die keine Untersuchung beantworten kann.
Und notieren Sie vorher Ihre Fragen. Im Gespräch gehen sie erfahrungsgemäß unter, und der Ärger darüber kommt auf dem Heimweg.
In Deutschland nicht. Als gesetzlich Versicherter können Sie direkt einen Termin vereinbaren. Eine Überweisung kann die Terminvergabe erleichtern und enthält Vorbefunde, ist aber keine Voraussetzung.
Ja, und bei Blasenentzündungen, Inkontinenz, Nierensteinen und Blut im Urin ist die Urologie das zuständige Fach. Bei Beschwerden, die zugleich Beckenboden und Gebärmutter betreffen, arbeiten Urologie und Gynäkologie eng zusammen.
Sie ist unangenehm, aber nicht schmerzhaft, und dauert etwa zehn Sekunden. Verwendet wird reichlich Gleitgel. Schmerzhaft wird sie nur bei einer akuten Prostataentzündung, und dann wird sie entsprechend behutsam oder gar nicht durchgeführt.
Leitlinien
• Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Richtlinie über die Früherkennung von Krebserkrankungen (Krebsfrüherkennungs-Richtlinie).
• Leitlinienprogramm Onkologie. S3-Leitlinie Prostatakarzinom. AWMF-Registernummer 043-022OL, Version 8.1, August 2025.