Tastuntersuchung der Prostata, fachlich digitale rektale Untersuchung, erfolgt mit dem Finger über den Enddarm. Der hintere Teil der Prostata liegt der Darmwand direkt an und lässt sich so nach Größe, Form, Festigkeit und Schmerzhaftigkeit beurteilen. Die Untersuchung dauert wenige Sekunden.
Was sie zeigt: Eine gleichmäßig vergrößerte, prall elastische Prostata spricht für eine gutartige Vergrößerung. Ein harter, unregelmäßiger Knoten ist verdächtig auf Krebs. Eine stark druckschmerzhafte, überwärmte Prostata weist auf eine Entzündung hin.
Was sie nicht zeigt: Nur der tastbare Anteil wird erfasst. Tumoren im vorderen Teil der Prostata bleiben unbemerkt, und viele frühe Karzinome sind ohnehin nicht tastbar. Ein unauffälliger Tastbefund schließt Prostatakrebs deshalb nicht aus.
Verhältnis zum PSA-Wert: Beide Verfahren finden Unterschiedliches und ersetzen einander nicht. Die verbreitete Sorge, die Untersuchung könne den PSA-Wert verfälschen, ist unbegründet: Der Anstieg durch das Tasten ist so gering, dass er die Beurteilung nicht verändert. Blutentnahme und Tastuntersuchung können im selben Termin stattfinden.
Zur Unbefangenheit: Viele Männer scheuen die Untersuchung. Sie tut in aller Regel nicht weh, dauert kürzer als das Ausziehen und liefert Auskünfte, die kein Blutwert liefert. Wer sie ablehnt, sollte das sagen, damit die weitere Abklärung darauf eingeht.