PI-RADS steht für Prostate Imaging Reporting and Data System, ein standardisiertes Bewertungsschema für das Prostata-MRT. Jeder auffällige Bereich erhält eine Punktzahl von 1 bis 5, die angibt, wie wahrscheinlich dort ein klinisch relevanter Prostatakrebs vorliegt. Die aktuelle Version 2.1 gilt seit 2019.
Die Stufen: PI-RADS 1: sehr unwahrscheinlich. PI-RADS 2: unwahrscheinlich. PI-RADS 3: unklar, Krebswahrscheinlichkeit etwa 10 bis 20 Prozent. PI-RADS 4: wahrscheinlich, etwa 40 bis 60 Prozent. PI-RADS 5: sehr wahrscheinlich, über 80 Prozent, meist Herde über 1,5 cm oder mit Kapselkontakt. Die Prozentwerte schwanken je nach Untersuchungsstelle und Patientengruppe.
Was daraus folgt: Bei PI-RADS 1 und 2 kann nach Leitlinie bei niedrigem Risiko auf eine Biopsie verzichtet und der PSA-Wert kontrolliert werden. Bei PI-RADS 4 und 5 folgt die gezielte Fusionsbiopsie. PI-RADS 3 ist die schwierige Mitte: Hier helfen PSA-Dichte, Alter und Familiengeschichte bei der Entscheidung; bei PSA-Dichte unter 0,15 ng/ml/ml wird oft zunächst beobachtet.
Grenzen: Die Bewertung hängt von der Qualität des MRT und der Erfahrung des Radiologen ab, die Übereinstimmung zwischen Befundern ist nicht perfekt. Etwa 10 bis 15 Prozent der relevanten Tumoren sind im MRT nicht sichtbar, weshalb bei auffälligem PSA-Verlauf trotz unauffälligem MRT eine systematische Biopsie erwogen wird. Ein Prostata-MRT sollte an einem 3-Tesla-Gerät oder einem hochwertigen 1,5-Tesla-Gerät ohne Endorektalspule erfolgen.