Da Vinci ist der Markenname des am weitesten verbreiteten Operationsroboters, hergestellt von Intuitive Surgical. Er ist kein Roboter, der selbständig operiert, sondern ein Instrument, das die Handbewegungen des Chirurgen an einer Konsole auf Instrumente im Körper überträgt. In der Urologie wird er vor allem für Prostatektomie, Nierenteilresektion und Zystektomie eingesetzt.
Wie das System arbeitet: Der Chirurg sitzt an einer Konsole mit dreidimensionaler, zehnfach vergrößerter Sicht und steuert mit Handgriffen vier Arme, die über kleine Schnitte in den Bauch eingeführt sind. Die Instrumente haben Gelenke, die sich wie ein Handgelenk in alle Richtungen drehen, und das System filtert das natürliche Zittern heraus. Ein Assistent steht am Tisch und wechselt Instrumente, saugt und reicht Nahtmaterial.
Vorteile und Grenzen: Gegenüber der offenen Operation: weniger Blutverlust, kleinere Narben, kürzerer Aufenthalt, schnellere Erholung. Gegenüber der klassischen Laparoskopie: präzisere Nähte in der Tiefe des Beckens, was bei der Verbindung von Blase und Harnröhre nach Prostataentfernung zählt. Für die Heilung vom Krebs und für Kontinenz und Potenz nach einem Jahr ist nach den vorliegenden Studien die Erfahrung des Operateurs wichtiger als die Technik.
Zahlen für Deutschland: Die Zahl robotischer Eingriffe in urologischen Fachabteilungen hat sich von 2021 bis 2025 von rund 29.000 auf über 51.000 erhöht. Inzwischen werden etwa 60 Prozent aller radikalen Prostatektomien roboterassistiert durchgeführt. Neben Da Vinci gibt es weitere Systeme wie Hugo von Medtronic und Versius von CMR Surgical, die nach demselben Prinzip arbeiten.