Lexikon

Gleason-Score

Gleason-Score ist das Bewertungssystem für die Aggressivität von Prostatakrebs. Der Pathologe beurteilt unter dem Mikroskop, wie stark das Tumorgewebe von normalem Drüsengewebe abweicht, und vergibt für die beiden häufigsten Muster je einen Wert von 3 bis 5. Die Summe ergibt den Score, zum Beispiel 3+4=7.

Was die Zahlen bedeuten: Muster 3 sind noch gut geformte, aber unregelmäßig verteilte Drüsen, Muster 4 verschmolzene oder siebartige Drüsen, Muster 5 kaum noch Drüsenstruktur. Die Reihenfolge zählt: 3+4 bedeutet, dass Muster 3 überwiegt, 4+3, dass Muster 4 überwiegt, und das ist prognostisch deutlich ungünstiger, obwohl die Summe gleich ist. Scores unter 6 werden heute nicht mehr vergeben.

Gradgruppen nach ISUP: Weil „6 von 10“ für Patienten bedrohlich klingt, obwohl es der niedrigste Wert ist, wurden 2014 fünf Gradgruppen eingeführt: Gruppe 1 entspricht Gleason 3+3=6, Gruppe 2 ist 3+4, Gruppe 3 ist 4+3, Gruppe 4 ist Summe 8, Gruppe 5 ist Summe 9 bis 10. Die meisten Befunde nennen heute beides.

Was daraus folgt: Gradgruppe 1 wächst so langsam, dass meist Active Surveillance empfohlen wird. Gruppe 2 ist die häufigste behandelte Form mit sehr guten Heilungschancen. Ab Gruppe 3 wird in der Regel operiert oder bestrahlt, ab Gruppe 4 oft mit begleitender Hormontherapie. Der Score aus der Biopsie kann vom endgültigen Score am entfernten Organ abweichen, meist nach oben, weil die Nadel nicht jeden Bereich trifft.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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