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Active Surveillance

Active Surveillance, aktive Überwachung, ist eine Behandlungsstrategie beim Prostatakrebs mit niedrigem Risiko: Statt sofort zu operieren oder zu bestrahlen, wird der Tumor engmaschig kontrolliert und erst behandelt, wenn er Zeichen von Wachstum zeigt. Ziel ist es, die Nebenwirkungen einer Therapie so lange wie möglich zu vermeiden, ohne die Heilungschance zu verlieren.

Für wen sie infrage kommt: Für Männer mit Gleason-Score 3+3=6, PSA unter 10 ng/ml, Tumor auf die Prostata begrenzt (cT1 bis cT2a) und geringem Tumorbefall in den Biopsien. Für ausgewählte Männer mit Gleason 3+4 und kleinem Anteil an Muster 4 ist sie nach Leitlinie ebenfalls möglich. Die Entscheidung setzt voraus, dass der Patient mit der Unsicherheit leben kann und die Kontrollen zuverlässig wahrnimmt.

Wie die Überwachung abläuft: PSA-Wert alle drei bis sechs Monate, Tastuntersuchung jährlich, ein Prostata-MRT nach zwölf Monaten und danach alle ein bis drei Jahre, eine Kontrollbiopsie innerhalb des ersten Jahres und danach nach Befund. Steigt der PSA-Wert rasch, zeigt das MRT Wachstum oder findet die Biopsie ein höheres Gleason-Muster, wird zur Behandlung gewechselt.

Was die Daten zeigen: In der britischen ProtecT-Studie, die 1.643 Männer über 15 Jahre verfolgte, war die Sterblichkeit am Prostatakrebs unter Überwachung, Operation und Bestrahlung gleich niedrig, knapp drei Prozent. Etwa die Hälfte der überwachten Männer wechselt innerhalb von zehn Jahren in eine aktive Behandlung, ohne dass ihre Heilungschance darunter leidet. Nicht zu verwechseln mit Watchful Waiting, bei dem keine Heilung mehr angestrebt wird.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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