Watchful Waiting, auf Deutsch beobachtendes Abwarten, ist eine Strategie beim Prostatakrebs, bei der bewusst auf eine heilende Behandlung verzichtet wird. Behandelt wird erst, wenn Beschwerden auftreten, und dann mit dem Ziel, diese zu lindern, nicht den Tumor zu beseitigen.
Unterschied zur Active Surveillance: Beide bedeuten zunächst Abwarten, aber mit gegensätzlicher Absicht. Bei der Active Surveillance wird der Tumor engmaschig mit PSA, MRT und Biopsien überwacht, um bei Wachstum rechtzeitig heilend zu behandeln. Beim Watchful Waiting finden keine Kontrollbiopsien statt, die Heilung ist nicht mehr das Ziel.
Für wen: Für Männer, deren Lebenserwartung wegen Alter oder anderer Erkrankungen unter etwa zehn Jahren liegt und bei denen ein langsam wachsender Prostatakrebs voraussichtlich nie zu Beschwerden führen wird. Die Nebenwirkungen einer Operation oder Bestrahlung würden hier mehr schaden als der Tumor.
Was dann geschieht: Treten Beschwerden auf, etwa Knochenschmerzen durch Metastasen oder Probleme beim Wasserlassen, beginnt meist eine Hormontherapie. Studien zeigen, dass Männer mit niedrigem Risiko und begrenzter Lebenserwartung durch Watchful Waiting keine Lebenszeit verlieren. Die Entscheidung sollte offen mit dem Patienten besprochen und dokumentiert werden.