Brachytherapie ist eine Form der Strahlentherapie, bei der die Strahlenquelle direkt in oder an den Tumor gebracht wird. Das griechische brachys bedeutet kurz, die Strahlung wirkt nur über wenige Millimeter. In der Urologie wird sie vor allem beim Prostatakrebs eingesetzt.
Zwei Verfahren: Bei der Seed-Implantation (LDR) werden 60 bis 100 reiskorngroße Strahlenquellen dauerhaft in die Prostata eingebracht, sie geben ihre Strahlung über Monate ab. Bei der HDR-Brachytherapie wird eine starke Quelle über Hohlnadeln für Minuten eingeführt und wieder entfernt, meist in ein bis zwei Sitzungen und oft kombiniert mit einer Bestrahlung von außen.
Für wen: Die Seed-Therapie eignet sich für Tumoren mit niedrigem Risiko und Prostatavolumen unter etwa 50 ml, wenn keine starken Beschwerden beim Wasserlassen bestehen. Die HDR-Kombination wird bei mittlerem und hohem Risiko eingesetzt. Eine vorherige Prostata-Ausschälung spricht eher gegen die Seed-Methode.
Nebenwirkungen: In den ersten Wochen häufiger Harndrang und Brennen, selten ein Harnverhalt. Langfristig sind Potenz und Kontinenz besser erhalten als nach der Operation, Enddarmbeschwerden sind seltener als nach äußerer Bestrahlung. Nach der Seed-Implantation gelten für einige Wochen Abstandsregeln zu Schwangeren und Kleinkindern.