Lexikon

HIFU

HIFU steht für hochintensiven fokussierten Ultraschall. Gebündelte Schallwellen erhitzen Prostatagewebe punktgenau auf über 65 Grad und zerstören es, ohne dass ein Schnitt nötig ist. Die Sonde sitzt dabei im Enddarm. In der Urologie wird HIFU als fokale Therapie beim Prostatakrebs eingesetzt, bei der nur der Tumorherd behandelt wird, nicht die ganze Drüse.

Für wen es infrage kommt: Für Männer mit einem einzelnen, im MRT gut sichtbaren Tumorherd mit niedrigem oder mittlerem Risiko, die eine Operation oder Bestrahlung vermeiden möchten und die Unsicherheit eines noch jungen Verfahrens akzeptieren. Voraussetzung sind ein MRT und eine gezielte Biopsie, die den Tumor genau lokalisieren. Bei ausgedehnten oder aggressiven Tumoren ist HIFU nicht geeignet.

Ablauf und Nebenwirkungen: Die Behandlung dauert ein bis drei Stunden in Narkose, der Aufenthalt ein bis zwei Tage, ein Katheter bleibt einige Tage. Kontinenz und Potenz bleiben deutlich häufiger erhalten als nach Operation oder Bestrahlung der ganzen Drüse. Mögliche Probleme sind Harnröhrenenge, Harnwegsinfekte und selten eine Fistel zum Enddarm.

Stand der Bewertung: Die Leitlinien stufen fokale Therapien als experimentell ein, weil Langzeitdaten über zehn Jahre und Vergleichsstudien gegen Operation oder Bestrahlung fehlen. Etwa jeder vierte bis dritte Behandelte braucht innerhalb von fünf Jahren eine weitere Therapie. Die Behandlung sollte in Studien oder Registern erfolgen, die Kosten werden von gesetzlichen Kassen nicht regelhaft übernommen.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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