Lexikon

PSA

PSA steht für prostataspezifisches Antigen, ein Eiweiß, das die Prostata bildet, um das Sperma zu verflüssigen. Ein kleiner Teil gelangt ins Blut und wird dort gemessen. Der Wert ist organspezifisch, nicht krebsspezifisch: Er steigt bei Prostatakrebs, aber ebenso bei gutartiger Vergrößerung, Entzündung, nach dem Sex, nach Radfahren oder einer Tastuntersuchung.

Orientierungswerte: Nach der deutschen S3-Leitlinie gilt ein Wert ab 3 ng/ml als abklärungsbedürftig, unabhängig vom Alter. Starre Altersgrenzen wie früher werden nicht mehr verwendet. Entscheidend sind zusätzlich der Verlauf und die PSA-Dichte, also der Wert im Verhältnis zum Prostatavolumen. Unter 1,5 ng/ml reicht eine Kontrolle alle vier Jahre, zwischen 1,5 und 2,99 alle zwei Jahre, ab 3 folgt die weitere Abklärung mit Tastuntersuchung, Kontrolle nach einigen Wochen und MRT.

Früherkennung: Die S3-Leitlinie empfiehlt, Männern ab 45 Jahren nach Beratung über Nutzen und Risiken einen PSA-Test anzubieten, bei familiärer Belastung ebenfalls ab 45, bei nachgewiesener BRCA2-Mutation ab 40. Die Tastuntersuchung allein wird zur Früherkennung nicht mehr empfohlen. Die gesetzliche Kasse zahlt den Test bislang nicht, der Gemeinsame Bundesausschuss prüft seit 2025 die Aufnahme. Die europäische ERSPC-Studie zeigte bei Männern zwischen 55 und 69, dass ein Screening die Sterblichkeit am Prostatakrebs über 16 Jahre um etwa 20 Prozent senkt.

Fallstricke: Vor der Blutabnahme 48 Stunden kein Sex, kein Radfahren, keine Tastuntersuchung; bei Harnwegsinfekt oder Katheter ist der Wert nicht verwertbar. Ein einmalig erhöhter Wert wird nach vier bis sechs Wochen kontrolliert, bevor weitere Schritte folgen. Unter 5-Alpha-Reduktase-Hemmern halbiert sich der Wert und muss verdoppelt werden. Nach Prostataentfernung soll er nicht mehr messbar sein, nach Bestrahlung sinkt er über Monate auf einen Tiefstwert.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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