Lexikon

PSA-Verdopplungszeit

PSA-Verdopplungszeit ist die Zeit, in der sich der PSA-Wert verdoppelt. Sie wird aus mindestens drei Messungen über mehrere Monate berechnet und beschreibt die Wachstumsgeschwindigkeit eines Prostatakrebses. Sie spielt vor allem nach einer Behandlung eine Rolle, wenn der Wert wieder steigt, weniger in der Früherkennung.

Nach Operation oder Bestrahlung: Steigt der PSA-Wert nach radikaler Prostatektomie wieder an, unterscheidet die Verdopplungszeit zwischen einem örtlichen Rezidiv, das sich durch Bestrahlung der Prostataloge heilen lässt, und einer Streuung. Eine Verdopplungszeit über zwölf Monate spricht für ein örtliches, langsam wachsendes Rezidiv, unter sechs Monaten, besonders innerhalb der ersten zwei Jahre nach Operation, eher für Metastasen. Unter drei Monaten ist das Risiko, am Tumor zu sterben, deutlich erhöht.

Beim kastrationsresistenten Tumor: Steigt der Wert trotz Hormontherapie ohne sichtbare Metastasen, entscheidet die Verdopplungszeit über den Therapiebeginn: Bei unter zehn Monaten werden neue Hormonwirkstoffe wie Apalutamid, Enzalutamid oder Darolutamid eingesetzt, die das Auftreten von Metastasen um etwa zwei Jahre verzögern. Bei längeren Verdopplungszeiten wird meist beobachtet.

Früherkennung: Hier hat die verwandte PSA-Anstiegsgeschwindigkeit (Velocity) an Bedeutung verloren. Die Leitlinien sehen sie nicht mehr als eigenständiges Kriterium für eine Biopsie, weil sie zu stark von Messfehlern, Entzündungen und Laborwechseln abhängt. Der Verlauf bleibt wichtig als Gesamtbild, aber ein einzelner Anstieg löst keine Biopsie aus. Online-Rechner der Memorial Sloan Kettering oder auf UroWissen berechnen die Verdopplungszeit aus Datum und Wert.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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