Prostata

Biochemisches Rezidiv (PSA-Rezidiv)

Biochemisches Rezidiv: warum ein PSA-Anstieg nicht Metastasen bedeutet, welche Rolle die Verdopplungszeit spielt und was die PSMA-PET heute leistet.
Redaktion: UroWissen
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Erstellt nach Leitlinien von EAU und DGU
Zuletzt überarbeitet: August 2026
In einfachen WortenSteigt der PSA-Wert nach einer Behandlung wieder an, spricht man von einem Rezidiv. Das heißt nicht, dass der Krebs zurück ist. Es heißt, dass etwas abgeklärt werden muss.Weiterlesen

Nach einer Operation soll der Wert nicht mehr messbar sein. Nach einer Bestrahlung bleibt ein Restwert bestehen, dort zählt der Anstieg über einen tiefsten Punkt hinaus.

Wichtiger als der Wert selbst ist, wie schnell er steigt. Ein langsamer Anstieg über Jahre bedeutet etwas anderes als eine Verdopplung in wenigen Monaten.

Zur Suche nach dem Ort wird heute meist ein PSMA-PET/CT gemacht. Es findet Herde, die andere Verfahren nicht sehen, und davon hängt ab, ob gezielt behandelt werden kann.

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Überblick

Ein biochemisches Rezidiv, auch PSA-Rezidiv genannt, bedeutet, dass der PSA-Wert nach einer auf Heilung ausgerichteten Behandlung des Prostatakarzinoms wieder ansteigt, ohne dass ein Tumor sicht- oder tastbar wäre. Es ist ein Laborbefund, keine Diagnose im eigentlichen Sinn. Der Anstieg zeigt an, dass irgendwo im Körper noch Prostatagewebe aktiv ist, sagt aber zunächst nichts darüber, wo, wie viel und wie gefährlich.

20 bis 40 Prozent
innerhalb von 10 Jahren betroffen
0,2
ng/ml Schwelle nach Operation
Nadir +2
Schwelle nach Bestrahlung
etwa 8 J.
mediane Zeit bis zu Metastasen ohne Therapie

Diese letzte Zahl gehört an den Anfang, weil sie das Ausmaß der Sorge einordnet. In der klassischen Langzeitbeobachtung von Männern, die nach einer Operation ein PSA-Rezidiv entwickelten und zunächst nicht weiterbehandelt wurden, vergingen im Mittel etwa acht Jahre bis zum Auftreten von Metastasen und danach noch einmal mehrere Jahre. Ein ansteigender PSA-Wert ist also ein Anlass zu handeln, aber kein Notfall und in vielen Fällen nicht einmal eine lebensbegrenzende Diagnose.

Wie ein Rezidiv definiert ist

Die Schwellenwerte unterscheiden sich je nach Ersttherapie erheblich, weil nach einer Operation kein Prostatagewebe mehr vorhanden sein sollte, nach einer Bestrahlung dagegen schon.

Nach radikaler Prostatektomie
Der PSA-Wert soll unter die Nachweisgrenze fallen. Als biochemisches Rezidiv gilt ein Wert von 0,2 ng/ml oder höher, bestätigt durch eine zweite Messung. Tritt bei etwa 20 bis 40 Prozent der Operierten innerhalb von zehn Jahren auf.
Nach Strahlentherapie
Der PSA-Wert fällt langsam auf einen Tiefstwert, den sogenannten Nadir, erreicht aber nie null, weil gesundes Prostatagewebe erhalten bleibt. Als Rezidiv gilt nach den Phoenix-Kriterien ein Anstieg um 2 ng/ml über diesen Nadir.

Zwei Punkte werden dabei häufig missverstanden. Erstens ist ein einzelner erhöhter Wert kein Rezidiv. Erst die Bestätigung durch eine zweite Messung, üblicherweise nach einigen Wochen, macht den Befund. Zweitens ist der absolute Wert weniger aussagekräftig als seine Entwicklung über die Zeit. Ein Wert von 0,3 ng/ml, der seit zwei Jahren unverändert ist, bedeutet etwas anderes als ein Wert von 0,3, der sich in vier Monaten verdoppelt hat.

Der PSA-Bounce nach Bestrahlung

Nach einer Strahlentherapie, besonders nach einer Brachytherapie, kommt es bei einem erheblichen Teil der Männer zu einem vorübergehenden PSA-Anstieg, dem sogenannten Bounce. Er tritt typischerweise zwischen einem und zwei Jahren nach der Behandlung auf, kann mehrere Zehntel bis über ein Nanogramm betragen und fällt anschließend von allein wieder ab.

Der Bounce ist kein Rezidiv, sondern Ausdruck einer verzögerten Entzündungs- und Absterbereaktion des bestrahlten Gewebes. In manchen Untersuchungen war er sogar mit einer günstigeren Langzeitprognose verbunden. Genau aus diesem Grund verlangen die Phoenix-Kriterien einen Anstieg um volle 2 ng/ml über den Nadir und nicht schon jede Aufwärtsbewegung.

Interessant: Der Bounce ist der häufigste Grund für unnötige Angst in der Prostatakrebs-Nachsorge. Wenn Ihr PSA-Wert ein bis zwei Jahre nach einer Bestrahlung leicht ansteigt, ist die statistisch wahrscheinlichste Erklärung nicht ein Rezidiv, sondern dieses Phänomen. Die richtige Reaktion ist eine Kontrolle nach drei Monaten und nicht der sofortige Beginn einer Therapie.

Ultrasensitives PSA: früher wissen oder länger ruhig schlafen?

Moderne Labortests können PSA-Werte weit unterhalb der klassischen Nachweisgrenze messen, teils bis in den Bereich von wenigen Tausendstel Nanogramm. Nach einer Operation lässt sich damit ein Anstieg oft Monate früher erkennen als mit einem Standardtest.

Ob das ein Vorteil ist, ist fachlich umstritten. Dafür spricht, dass eine Rettungsbestrahlung umso wirksamer ist, je niedriger der Wert. Dagegen spricht, dass viele minimale Anstiege nie die Rezidivschwelle erreichen, sich wieder stabilisieren oder aus geringen Restmengen gutartigen Gewebes stammen, das bei der Operation zurückgeblieben ist. Wer sehr früh misst, erzeugt also auch sehr früh Unsicherheit, in einem Teil der Fälle ohne jede Konsequenz.

Die Leitlinien halten deshalb an der Schwelle von 0,2 ng/ml mit Bestätigungsmessung fest. Wenn Ihr Labor ultrasensitive Werte ausweist, ist es sinnvoll, mit Ihrem Arzt vorab zu klären, ab welchem Wert überhaupt reagiert wird.

Interessant: Nicht jeder messbare PSA-Wert nach einer Prostatektomie stammt aus Tumorgewebe. Auch gutartige Prostatazellen, die an der Harnröhre oder am Blasenhals verblieben sind, produzieren PSA. Ein niedriger, über Jahre völlig stabiler Wert ohne jede Steigungstendenz ist deshalb kein Rezidiv, sondern häufig genau das. Entscheidend ist nie der einzelne Wert, sondern die Richtung über mehrere Messungen.
Tumorzellen gelangen in ein Blutgefäß
Bei der Streuung lösen sich einzelne Zellen aus dem Verband und gelangen in Blut- oder Lymphgefäße. Die Verdopplungszeit des PSA-Werts hilft abzuschätzen, ob das bereits geschehen ist.
Illustration: Servier Medical Art, lizenziert unter CC BY 4.0.

Nicht jedes Rezidiv ist gleich

Die entscheidende Weichenstellung ist nicht, ob ein Rezidiv vorliegt, sondern in welche Risikokategorie es fällt. Die Leitlinien unterscheiden anhand von drei Merkmalen.

Die PSA-Verdopplungszeit. Wie lange braucht der Wert, um sich zu verdoppeln? Unter zwölf Monaten spricht für einen aggressiven Verlauf und für Zellen außerhalb des ursprünglichen Operationsgebiets. Über zwölf Monate spricht für ein langsames, meist örtlich begrenztes Geschehen. Für die Berechnung braucht es mindestens drei Messwerte über einen ausreichenden Zeitraum.

Der ursprüngliche Gleason-Score. Ein Tumor mit ISUP-Grad 4 oder 5 verhält sich auch im Rezidiv anders als einer mit ISUP 1 oder 2.

Der zeitliche Abstand zur Ersttherapie. Ein Rezidiv innerhalb der ersten ein bis zwei Jahre ist ungünstiger als eines nach fünf Jahren.

Aus der Kombination ergibt sich, ob ein Niedrigrisiko- oder ein Hochrisiko-Rezidiv vorliegt, und daran hängt die gesamte weitere Strategie. Ein Mann mit einem späten Rezidiv, langer Verdopplungszeit und günstigem Gleason-Score hat eine sehr gute Prognose und braucht unter Umständen zunächst gar keine Behandlung.

Diagnostik: wo sitzt der Tumor?

Die zentrale Frage lautet, ob das Rezidiv örtlich begrenzt ist, also im ehemaligen Prostatabett oder in der bestrahlten Prostata sitzt, oder ob bereits Zellen gestreut haben. Davon hängt ab, ob eine erneut heilende Behandlung möglich ist.

Das PSMA-PET/CT hat diese Frage in den letzten Jahren neu beantwortbar gemacht. Es macht sich zunutze, dass Prostatakrebszellen ein bestimmtes Oberflächeneiweiß in großer Menge tragen, an das sich eine schwach radioaktive Substanz bindet. Konventionelle Verfahren wie Knochenszintigrafie und CT waren bei niedrigen PSA-Werten praktisch blind.

PSA-Anstieg durch zweite Messung bestätigt Risiko einordnen Verdopplungszeit, Gleason-Score, Abstand zur Ersttherapie PSMA-PET/CT kein Herd sichtbar bei günstigem Risiko engmaschig kontrollieren nach OP dennoch frühe Bestrahlung erwägen örtliches Rezidiv nach OP: Bestrahlung der Prostataloge nach Bestrahlung: Salvage-OP ggf. plus Hormontherapie Streuung nachgewiesen systemische Therapie Hormonentzug bei hohem Risiko plus modernes Antiandrogen Zeitfaktor nach Operation Die Rettungsbestrahlung wirkt am besten bei einem PSA-Wert unter 0,5 ng/ml

Die Trefferquote hängt direkt vom PSA-Wert ab. Bei Werten zwischen 0,2 und 0,5 ng/ml findet das Verfahren in etwa der Hälfte der Fälle einen Herd, bei Werten über 2 ng/ml in der überwiegenden Mehrheit. Daraus ergibt sich ein Zielkonflikt, der in der Praxis oft unterschätzt wird: Wartet man mit der Bildgebung, bis sie zuverlässig etwas findet, hat man den besten Zeitpunkt für eine heilende Rettungstherapie möglicherweise verpasst.

Rettungstherapie nach Operation

Steigt der PSA-Wert nach einer radikalen Prostatektomie, ist die Bestrahlung der Prostataloge, die sogenannte Salvage-Radiotherapie, die Standardbehandlung mit Heilungsanspruch. Bestrahlt wird das Gebiet, in dem die Prostata lag, üblicherweise über mehrere Wochen.

Der Zeitpunkt entscheidet über den Erfolg: Die Wirksamkeit der Rettungsbestrahlung ist umso höher, je niedriger der PSA-Wert zu Behandlungsbeginn ist. Unterhalb von 0,5 ng/ml sind die Ergebnisse deutlich besser als darüber. Wenn nach einer Operation ein bestätigter PSA-Anstieg vorliegt, sollte die Entscheidung über eine Bestrahlung deshalb zeitnah in einem Tumorboard besprochen und nicht über Monate aufgeschoben werden.

Ein wichtiger Wandel der letzten Jahre betrifft die Frage, ob nach einer Operation mit ungünstigem Befund vorsorglich bestrahlt werden soll, bevor der PSA-Wert überhaupt steigt. Mehrere große Studien haben gezeigt, dass diese vorbeugende Bestrahlung der frühen Rettungsbestrahlung nicht überlegen ist. Da nur ein Teil der Männer überhaupt ein Rezidiv entwickelt, erspart das abwartende Vorgehen vielen eine Behandlung samt Nebenwirkungen. Die vorsorgliche Bestrahlung ist deshalb heute kein Standard mehr, sondern die engmaschige PSA-Kontrolle mit rascher Reaktion.

Was bei einer Rettungsbestrahlung auf Sie zukommt

Die Bestrahlung der Prostataloge erfolgt ambulant, an Werktagen, über etwa sechs bis sieben Wochen. Jede einzelne Sitzung dauert nur wenige Minuten, der größere Zeitaufwand entsteht durch die tägliche Anfahrt. Vorher wird ein Planungs-CT angefertigt, an dem das Zielgebiet millimetergenau festgelegt wird.

Die häufigsten Nebenwirkungen betreffen Blase und Enddarm: häufigeres Wasserlassen, Brennen, weicher Stuhl, gelegentlich Blutbeimengungen. Sie treten meist ab der dritten Woche auf und klingen nach Abschluss überwiegend wieder ab. Langfristig können eine Reizblase, seltener eine Verengung der Harnröhre oder eine Verschlechterung einer bestehenden Inkontinenz zurückbleiben.

Ob die Bestrahlung angeschlagen hat, zeigt sich nicht sofort. Der PSA-Wert fällt über Wochen bis Monate. Die erste aussagekräftige Kontrolle erfolgt üblicherweise etwa drei Monate nach Abschluss.

Wann eine Hormontherapie dazukommt

Bei ungünstiger Konstellation wird die Rettungsbestrahlung mit einer zeitlich befristeten Hormontherapie kombiniert. Studien zeigen dafür eine Verbesserung des tumorfreien Überlebens, insbesondere bei höherem PSA-Wert zu Beginn, ungünstigem Gleason-Score oder kurzer Verdopplungszeit.

Bei günstiger Konstellation, also niedrigem PSA, langer Verdopplungszeit und niedrigem Gleason-Grad, überwiegt dagegen häufig die Nebenwirkungslast. Hitzewallungen, Muskel- und Knochenabbau, Gewichtszunahme und Antriebsminderung sind keine Kleinigkeiten. Die Entscheidung für oder gegen die Kombination ist deshalb eine echte Abwägung und ein guter Anlass, sich Bedenkzeit zu nehmen und gegebenenfalls eine Zweitmeinung einzuholen.

Rettungstherapie nach Bestrahlung

Ist die erste Behandlung eine Strahlentherapie gewesen, ist die Ausgangslage schwieriger, weil bestrahltes Gewebe schlechter heilt und die anatomischen Verhältnisse verändert sind.

Möglich sind eine Rettungsoperation, eine erneute Bestrahlung in Form einer Brachytherapie sowie fokale Verfahren wie HIFU oder Kryotherapie. Alle haben eine deutlich höhere Rate an Nebenwirkungen als der jeweilige Ersteingriff, insbesondere Harninkontinenz und Verengungen der Harnröhre. Sie kommen deshalb nur für sorgfältig ausgewählte Männer mit gesichert örtlichem Rezidiv, guter Allgemeinverfassung und ausreichender Lebenserwartung infrage und gehören an ein spezialisiertes Zentrum.

Für alle anderen ist der Übergang zu einer systemischen Behandlung oder zunächst das kontrollierte Abwarten die realistischere Option.

Systemisches Rezidiv

Zeigt die Bildgebung Herde außerhalb des Beckens oder spricht die Verdopplungszeit klar für eine Streuung, steht die medikamentöse Therapie im Vordergrund. Grundlage ist der Entzug des männlichen Geschlechtshormons, das das Wachstum der Tumorzellen antreibt.

Bei Hochrisiko-Rezidiven hat sich in einer aktuellen Studie gezeigt, dass die Kombination des Hormonentzugs mit einem modernen Antiandrogen das Auftreten von Metastasen deutlich hinauszögert. Bei günstigeren Konstellationen kann die Therapie intermittierend geführt werden, mit Pausen, sobald der PSA-Wert wieder abgefallen ist. Das erhält die Lebensqualität erheblich, ohne die Prognose nachweislich zu verschlechtern.

Wann Abwarten vertretbar ist

Nicht jedes biochemische Rezidiv muss behandelt werden. Bei einem älteren Mann mit relevanten Begleiterkrankungen, spätem Rezidiv, langer Verdopplungszeit und niedrigem Gleason-Grad kann die Wahrscheinlichkeit, jemals Beschwerden durch den Tumor zu bekommen, geringer sein als das Risiko, an den Nebenwirkungen einer Behandlung zu leiden.

Abwarten heißt dabei nicht Nichtstun, sondern regelmäßige PSA-Kontrollen mit klar vereinbarten Grenzen, ab denen gehandelt wird. Diese Strategie sollte ausdrücklich besprochen und dokumentiert werden, damit sie nicht als Versäumnis erlebt wird.

Nachsorge und PSA-Kontrollen

Die Nachsorge nach kurativer Therapie folgt einem festen Rhythmus: in den ersten beiden Jahren alle drei Monate, danach halbjährlich, ab dem fünften Jahr jährlich. Gemessen wird immer der PSA-Wert, dazu kommen Anamnese und je nach Situation eine Tastuntersuchung.

Zwei praktische Hinweise. Lassen Sie den PSA-Wert möglichst immer im selben Labor bestimmen, weil verschiedene Testverfahren geringfügig unterschiedliche Ergebnisse liefern und gerade im niedrigen Bereich schon kleine Abweichungen verunsichern. Und führen Sie Ihre Werte selbst in einer einfachen Liste mit Datum. Für die Berechnung der Verdopplungszeit braucht Ihr Arzt genau diese Reihe, und sie ist oft über mehrere Praxen verteilt.

Der Umgang mit der Angst

Ein steigender PSA-Wert bei fehlenden Beschwerden ist psychisch eine besondere Situation: Es gibt nichts zu spüren, nichts zu sehen, nur eine Zahl, die sich alle paar Monate verändert. Viele Männer beschreiben die Wochen um den Kontrolltermin als die belastendste Phase ihrer gesamten Erkrankung, belastender als die Operation selbst.

Was hilft, ist Konkretheit. Lassen Sie sich erklären, in welche Risikokategorie Ihr Rezidiv fällt, welcher Wert welche Konsequenz hätte und wann der nächste Entscheidungspunkt kommt. Wer weiß, dass erst bei einem bestimmten Wert oder einer bestimmten Verdopplungszeit gehandelt wird, erlebt die Kontrollen als geplante Schritte statt als offenes Urteil. Psychoonkologische Unterstützung ist an allen zertifizierten Prostatakrebszentren verfügbar und kein Zeichen von Schwäche.

Fragen an meinen Arzt

Diese Fragen helfen, das Gespräch zu strukturieren. Über die Druckfunktion können Sie die Liste mitnehmen.

Wie schnell verdoppelt sich mein PSA-Wert?
Ist eine PSMA-PET/CT sinnvoll, und ab welchem Wert?
Spricht der Verlauf für ein örtliches Rezidiv oder für Metastasen?
Welche Behandlung schlagen Sie vor, und was spricht für Abwarten?
Welche Nebenwirkungen hat die vorgeschlagene Behandlung?

Häufige Fragen (FAQ)

Bedeutet ein PSA-Rezidiv, dass der Krebs zurück ist?

Es bedeutet, dass irgendwo noch PSA-produzierende Zellen aktiv sind. Ob es sich um wenige verbliebene Zellen im Operationsgebiet handelt oder um eine Streuung, klärt erst die weitere Diagnostik. Ein Rezidiv ist kein Notfall und in vielen Fällen keine lebensbegrenzende Diagnose: Ohne Behandlung vergehen im Mittel etwa acht Jahre bis zum Auftreten von Metastasen, und moderne Rettungstherapien greifen weit früher ein.

Mein PSA ist nach der Bestrahlung leicht gestiegen. Ist das ein Rezidiv?

Wahrscheinlich nicht. Ein vorübergehender Anstieg ein bis zwei Jahre nach der Bestrahlung ist häufig und wird als PSA-Bounce bezeichnet. Er bildet sich von allein zurück. Als Rezidiv gilt erst ein Anstieg um 2 ng/ml über den niedrigsten je gemessenen Wert. Sinnvoll ist eine Kontrolle nach etwa drei Monaten statt einer sofortigen Therapie.

Wie schnell muss ich mich entscheiden?

Sie haben Wochen, nicht Tage, aber auch nicht beliebig viel Zeit. Nach einer Operation ist die Rettungsbestrahlung umso wirksamer, je niedriger der PSA-Wert ist. Ein Aufschub um mehrere Monate kann die Heilungsaussicht messbar verschlechtern. Angemessen ist, den Befund zeitnah im Tumorboard besprechen zu lassen und die Entscheidung dann in Ruhe zu treffen.

Kann ich nach einem Rezidiv noch geheilt werden?

Ja, das ist bei einem örtlich begrenzten Rezidiv ausdrücklich das Ziel. Die Rettungsbestrahlung nach Operation erreicht bei früher Anwendung bei einem erheblichen Teil der Männer eine dauerhafte Kontrolle. Auch nach einer Bestrahlung gibt es Rettungsoptionen, die allerdings anspruchsvoller sind. Bei bereits gestreuter Erkrankung geht es nicht mehr um Heilung, wohl aber um eine oft jahrelange gute Kontrolle.

Selbsthilfe und Austausch
Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.
Dachverband von über 200 Selbsthilfegruppen, die größte Prostatakrebs-Organisation Europas.
prostatakrebs-bps.de · Telefon 0228 33889500
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Quellen

Leitlinien

• Leitlinienprogramm Onkologie. S3-Leitlinie Prostatakarzinom. AWMF-Registernummer 043-022OL, Version 8.1, August 2025.

• European Association of Urology. EAU Guidelines on Prostate Cancer. Ausgabe 2025.

Studien

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• Freedland, S. J. et al. Improved Outcomes with Enzalutamide in Biochemically Recurrent Prostate Cancer (EMBARK). New England Journal of Medicine, 2023;389(16):1453-1465. PMID 37851874

Reviews

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• Perera, M. et al. Gallium-68 Prostate-specific Membrane Antigen Positron Emission Tomography in Advanced Prostate Cancer: Updated Diagnostic Utility, Sensitivity, Specificity, and Distribution of PSMA-avid Lesions. European Urology, 2020;77(4):403-417. PMID 30773328

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