
Der Vorteil: Es findet Herde, die im normalen CT oder MRT nicht zu erkennen sind, weil es nicht nach Größe sucht, sondern nach der Stoffwechselaktivität.
Eingesetzt wird es vor allem in zwei Situationen: vor einer Behandlung mit Heilungsabsicht bei hohem Risiko, und wenn der PSA-Wert nach einer Behandlung wieder steigt.
Die Untersuchung dauert mit Wartezeit etwa zwei Stunden. Die Strahlenbelastung liegt in der Größenordnung anderer nuklearmedizinischer Untersuchungen.
Nebenwirkungen sind bei dieser Untersuchung selten. Die Strahlenbelastung liegt in der Größenordnung anderer nuklearmedizinischer Untersuchungen. Halten Sie am Tag danach Abstand zu kleinen Kindern und Schwangeren.
Das PSMA-PET/CT ist eines der bedeutendsten diagnostischen Verfahren der modernen Urologie. Es kombiniert eine Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit einer Computertomographie (CT) und nutzt einen radioaktiv markierten Liganden, der gezielt an das Prostata-spezifische Membran-Antigen (PSMA) bindet, ein Eiweiß, das auf der Oberfläche von Prostatakarzinomzellen in besonders hoher Konzentration vorkommt. Aus diesem Grund leuchten Tumorherde im PET-Bild als helle Areale auf, während gesundes Gewebe weitgehend dunkel bleibt. Das CT liefert die anatomische Zuordnung, wo genau im Körper das Signal entsteht.
Die PSMA-PET/CT ist aktuell die genaueste verfügbare Bildgebung beim Prostatakarzinom, insbesondere in zwei kritischen Situationen: dem primären Staging bei Hochrisiko-Prostatakarzinom und der Lokalisation eines Rezidivs nach Therapie. In der landmark-Studie proPSMA (Lancet 2020) zeigte sich gegenüber der konventionellen Bildgebung (CT plus Skelettszintigraphie) eine um 27 Prozentpunkte höhere diagnostische Genauigkeit, eine Verdopplung der Sensitivität und gleichzeitig eine niedrigere Strahlendosis. Seit 2024 ist die PSMA-PET/CT in Deutschland im Rahmen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) eine reguläre Kassenleistung.
PSMA: das Prostata-spezifische Membran-Antigen, ist ein Glykoprotein, das in geringer Menge auf normalen Prostataepithelzellen vorkommt, aber auf Prostatakarzinomzellen in der Regel zwischen 100- und 1000-fach überexprimiert wird. Das macht es zu einem nahezu idealen Zielmolekül für eine zielgerichtete Bildgebung: Wo PSMA in hoher Dichte vorkommt, befindet sich mit hoher Wahrscheinlichkeit Prostatakrebsgewebe.
Für die Bildgebung wird ein synthetischer Ligand verwendet, der entweder an den radioaktiven Tracer Gallium-68 oder an Fluor-18 gekoppelt wird und nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip hochaffin an PSMA bindet. Die Substanz wird intravenös verabreicht und reichert sich an den PSMA überexprimierenden Prostatakrebszellen an. Der radioaktive Tracer zerfällt unter Aussendung von Positronen, die im Gewebe mit Elektronen kollidieren und zwei Photonen in entgegengesetzte Richtungen aussenden. Diese Photonenpaare werden vom PET-Scanner detektiert und zu einem dreidimensionalen Bild rekonstruiert.
Das simultan aufgenommene CT liefert die anatomische Zuordnung. So entsteht eine Hybridbildgebung, die metabolische Aktivität (PET) mit Anatomie (CT) verbindet. Selbst kleinste Lymphknotenmetastasen ab etwa 4 bis 5 Millimetern Größe können erkannt werden, konventionelle Bildgebung erfasst Lymphknotenmetastasen in der Regel erst ab etwa 10 Millimetern, konventionelle Bildgebung erfasst Lymphknotenmetastasen erst ab etwa 10 Millimetern.
PSMA wird neben Prostatagewebe auch in geringerem Maße in den Speicheldrüsen, im Dünndarm, in den Nieren und in den Tränendrüsen exprimiert. Das ist ein erwarteter physiologischer Befund, kein Hinweis auf eine Erkrankung, die hohe Konzentrationsüberlegenheit bei Prostatakrebszellen bleibt aber das diagnostisch entscheidende Merkmal.
Die PSMA-PET/CT wird nicht für jeden Prostatakrebspatienten eingesetzt, sondern in drei klar definierten klinischen Konstellationen, in denen sie der konventionellen Bildgebung deutlich überlegen ist.
1. Erste Ausbreitungsdiagnostik bei hohem Risiko. Als hohes Rückfallrisiko gilt eines der folgenden Merkmale:
Vor einer Behandlung mit Heilungsabsicht, also Operation oder Bestrahlung, muss dann geklärt sein, ob bereits Metastasen vorliegen. Konventionelle Bildgebung übersieht in dieser Situation häufig kleine Lymphknoten- oder Knochenmetastasen, was zu einer falschen Therapieentscheidung führen kann. Die proPSMA-Studie zeigte, dass die PSMA-PET/CT bei 41 Prozent der Hochrisiko-Patienten zu einer Therapieänderung führte, also fast bei jedem Zweiten.
2. Biochemisches Rezidiv nach Primärtherapie. Steigt der PSA-Wert nach radikaler Prostatektomie über 0,2 ng/ml an oder nach Strahlentherapie um mehr als 2 ng/ml über den Nadir, spricht man von einem biochemischen Rezidiv. Ohne PSMA-PET/CT bleibt oft unklar, wo genau die Tumoraktivität wieder zugenommen hat, im ehemaligen OP-Gebiet (Lokalrezidiv), in den Lymphknoten oder in den Knochen. Die PSMA-PET/CT lokalisiert diese Herde mit einer Sensitivität, die schon bei sehr niedrigen PSA-Werten (ab etwa 0,2 bis 0,5 ng/ml) deutlich über der konventionellen Bildgebung liegt. Die Lokalisation entscheidet die Therapie: Eine lokal begrenzte Strahlentherapie der Prostataloge bei Lokalrezidiv, eine gezielte Lymphknotenstrahlentherapie bei pelvinen Metastasen, oder eine systemische Therapie bei disseminierten Befunden.
3. Therapieplanung für Lutetium-177-PSMA-Radioligandentherapie. Bei Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC), die für eine PSMA-Radioligandentherapie mit Lutetium-177 (Pluvicto®) infrage kommen, ist eine vorherige PSMA-PET/CT obligatorisch. Sie zeigt, ob der Tumor PSMA in ausreichender Menge exprimiert, nur dann kann die Radioligandentherapie wirksam sein. Patienten ohne ausreichende PSMA-Expression in den Metastasen profitieren nicht von dieser Therapie und werden anders behandelt.
Bei niedrigem Risiko ist die PSMA-PET/CT in der Regel nicht nötig, hier reicht ein MRT des Beckens (oder bei niedrigem Risiko gar keine zusätzliche Bildgebung) als initiale Bewertung. Eine Übertherapie durch unnötige Bildgebung wird so vermieden.
Welcher Patient mit Prostatakarzinom in welcher Situation eine PSMA-PET/CT bekommt, lässt sich in einem klaren Algorithmus darstellen:
Die Voraussetzung für eine PSMA-PET/CT als Kassenleistung ist die Behandlung im Rahmen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) für urologische Tumoren. Patienten, die nicht in einem ASV-Team betreut werden, müssen einen individuellen Kostenübernahmeantrag stellen oder die Untersuchung selbst zahlen.
Aus Patientensicht ist die PSMA-PET/CT eine vergleichsweise unaufwendige Untersuchung. Sie dauert insgesamt etwa zwei bis zweieinhalb Stunden, wobei die eigentliche Bildaufnahme nur 20 bis 30 Minuten beträgt. Eine besondere Vorbereitung ist nicht erforderlich, Nüchternheit ist nicht nötig, eine reguläre Medikamenteneinnahme kann beibehalten werden.
Nach Ankunft in der nuklearmedizinischen Abteilung erfolgt zunächst die intravenöse Injektion des PSMA-Tracers. Die verabreichte Menge an Radioaktivität ist gering. Anschließend folgt eine 60- bis 90-minütige Wartezeit, in der sich der Tracer im Körper verteilt und an PSMA-positive Strukturen bindet. Während dieser Zeit sollte der Patient ausreichend trinken, um die Ausscheidung des nicht gebundenen Tracers über die Nieren zu fördern.
Die eigentliche PET/CT-Aufnahme dauert dann 20 bis 30 Minuten. Der Patient liegt während dieser Zeit ruhig auf einer Liege, die langsam durch den ringförmigen Scanner gefahren wird. Die Untersuchung ist schmerzfrei. Nach der Aufnahme kann der Patient die Praxis sofort verlassen. Der Tracer hat je nach Substanz eine Halbwertszeit von etwa ein bis zwei Stunden. Der Patient ist deshalb in den Stunden danach noch gering radioaktiv.
Zu beachten ist, dass der Patient für etwa 24 Stunden geringfügig radioaktiv ist, enge Kontaktsituationen mit kleinen Kindern oder schwangeren Frauen sollten in dieser Zeit vermieden werden.
In der klinischen Routine werden zwei Tracer-Substanzen am häufigsten eingesetzt, beide haben spezifische Eigenschaften, die für unterschiedliche Fragestellungen mehr oder weniger geeignet sind.
68Ga-PSMA (Gallium-68) war historisch der erste etablierte PSMA-Tracer und ist weiterhin Standard in vielen Zentren. Vorteil: Sehr gute Bildqualität, etablierte Datenbasis, Standard in praktisch allen großen Studien. Nachteil: Das Radionuklid Gallium-68 hat eine relativ kurze Halbwertszeit von 68 Minuten und muss vor Ort in einem Generator hergestellt werden, was die logistische Verfügbarkeit limitiert.
18F-PSMA (Fluor-18) ist ein neuerer Tracer mit längerer Halbwertszeit (110 Minuten), der in einem Zyklotron in großen Zentren produziert und an mehrere Abteilungen verteilt werden kann. Vorteil: Bessere Bildqualität durch geringere Positronenenergie, gut geeignet zur Detektion kleiner Lymphknoten- und Knochenmetastasen, weniger Ausscheidung über die Harnwege (was die Beurteilung der Prostataloge erleichtert). Nachteil: Vermehrte unspezifische Anreicherung in Knochenmark und manchmal in gutartigen Knochenherden, Fehlinterpretationen sind möglich, weshalb erfahrene Befunder wichtig sind.
Beide Tracer liefern in qualifizierten Händen vergleichbare diagnostische Genauigkeit. Welcher in einem konkreten Fall eingesetzt wird, hängt von der Verfügbarkeit am betreuenden Zentrum ab und ist medizinisch nicht entscheidend.
Die diagnostische Überlegenheit der PSMA-PET/CT gegenüber der konventionellen Bildgebung ist heute durch eine Reihe großer prospektiver Studien klar belegt.
Die proPSMA-Studie (Hofman et al., Lancet 2020) ist die wegweisende randomisierte Vergleichsstudie. 302 Männer mit neu diagnostiziertem Hochrisiko-Prostatakarzinom wurden auf konventionelle Bildgebung (CT plus Skelettszintigraphie) versus 68Ga-PSMA-PET/CT randomisiert. Ergebnisse: PSMA-PET/CT zeigte eine Genauigkeit von 92 Prozent versus 65 Prozent bei konventioneller Bildgebung. Die Sensitivität war mit 85 Prozent versus 38 Prozent mehr als doppelt so hoch, die Spezifität mit 98 Prozent versus 91 Prozent ebenfalls überlegen. Die PSMA-PET/CT führte bei 28 Prozent der Patienten zu einer Therapieänderung (41 von 147), fast doppelt so oft wie die konventionelle Bildgebung mit 15 Prozent (23 von 152). Gleichzeitig war die Strahlendosis mit 8,4 Millisievert deutlich niedriger als die der konventionellen Bildgebung (19,2 mSv).
Die PRIMARY-Studie (Emmett et al., European Urology 2021) untersuchte den zusätzlichen Nutzen einer PSMA-PET/CT vor der Prostata-Biopsie. Die Kombination aus mpMRT und PSMA-PET zeigte eine bessere Erkennung klinisch signifikanter Karzinome als mpMRT allein, ein Hinweis darauf, dass die Bildgebung zukünftig auch in der primären Diagnostik vor Biopsie eine Rolle spielen könnte.
Eine aktuelle Studie aus JAMA Oncology (Mookerji et al. 2024) verglich 18F-PSMA-1007-PET/CT mit multiparametrischer MRT für das lokoregionale Staging. Auch hier zeigte sich eine bessere Detektionsrate für Lymphknotenmetastasen mit PSMA-PET. Die mpMRT bleibt Standard für die lokale Tumorbeurteilung in der Prostata selbst, die PSMA-PET/CT für die regionale und Fernmetastasendetektion.
Eine retrospektive Studie der Mayo Clinic (Ghaffar et al., AUA 2024) zeigte bei Patienten mit biochemischem Rezidiv nach Prostatektomie eine deutlich höhere Detektionsrate von Tumorherden gegenüber konventioneller Bildgebung (59 Prozent versus 44 Prozent). Wichtige Prädiktoren für eine erfolgreiche Lokalisation waren ein PSA-Wert von mindestens 0,6 ng/ml, eine pathologisch nachgewiesene Lymphknotenbeteiligung (pN1) und positive Resektionsränder im OP-Präparat.
Ein PSMA-PET/CT-Befund ist keine binäre Aussage „Krebs ja oder nein“, sondern eine differenzierte Bewertung von Tracer-Anreicherungen im Körper. Die Befunder bewerten die Intensität der Anreicherung anhand des sogenannten SUV-Werts (Standardized Uptake Value), einer halbquantitativen Maßzahl für die Tracer-Akkumulation im Verhältnis zur injizierten Aktivität und Körpergröße.
Wichtig zu wissen: PSMA wird nicht nur von Prostatakrebszellen exprimiert. Physiologische Anreicherungen finden sich in Speicheldrüsen, Nieren, Leber, Milz, Dünndarm sowie Ganglien. Außerdem gibt es degenerative Veränderungen, etwa eine Arthrose der Wirbelsäule, sowie gutartige Prozesse wie verschiedene Knochenveränderungen, die ebenfalls PSMA exprimieren können. Diese sogenannten Pitfalls kennt der erfahrene Nuklearmediziner und interpretiert sie nicht als Tumor. Es gibt auch falsch-positive Befunde: etwa in degenerativen Knochenprozessen, in Ganglien oder bei manchen anderen Tumorarten (Nierenzellkarzinom, einige Speicheldrüsentumoren). Eine kritische Befundinterpretation im klinischen Gesamtkontext und im interdisziplinären Tumorboard ist daher unverzichtbar.
Etwa 5 bis 10 Prozent der Prostatakarzinome exprimieren wenig oder kein PSMA, in diesen Fällen bleibt der Tumor in der PSMA-PET/CT unsichtbar. Bei begründetem klinischen Verdacht trotz negativer PSMA-PET/CT muss daher eine alternative Bildgebung erwogen werden. Auch sehr kleine Tumorherde unter 4 bis 5 Millimeter Durchmesser können je nach PSMA-Expressionsmuster der Detektion entgehen.
Die PSMA-PET/CT ist kein Ersatz für die Biopsie bei der Primärdiagnose. Für die histologische Sicherung eines Prostatakarzinoms ist weiterhin eine Gewebeentnahme erforderlich. Auch das mpMRT der Prostata bleibt Standard für die lokale Tumordarstellung, die PSMA-PET/CT entfaltet ihre Stärke insbesondere in der Beurteilung von Lymphknoten- und Fernmetastasen.
Seit Juli 2024 ist die PSMA-PET/CT bei Prostatakarzinom mit den GOP-Ziffern 34720, 34721 und der Kostenpauschale 40585 in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen, allerdings nur im Rahmen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) für urologische Tumoren.
Die ASV ist eine Versorgungsform, in der niedergelassene Fachärzte und Krankenhausärzte interdisziplinär zusammenarbeiten, typischerweise Urologen, Onkologen, Radiologen, Strahlentherapeuten und Nuklearmediziner. Der Patient wird in einem ASV-Team betreut, das die Indikation zur PSMA-PET/CT gemeinsam stellt. Nur unter dieser organisatorischen Voraussetzung übernimmt die GKV die Kosten für die Untersuchung.
Patienten, die nicht in einem ASV-Team betreut werden, haben drei Optionen: Erstens kann ein individueller Antrag auf Kostenübernahme bei der eigenen Krankenkasse gestellt werden, mit ausführlicher medizinischer Begründung durch den behandelnden Urologen. Die Erfolgsquote variiert je nach Einzelfall und Kasse. Zweitens kann sich der Patient an ein ASV-zertifiziertes Team in seiner Region wenden, eine Liste findet sich unter asv-servicestelle.de. Drittens kann die Untersuchung als Selbstzahlerleistung in Anspruch genommen werden, die Kosten liegen bei etwa 1.500 bis 2.000 Euro.
Bei privater Krankenversicherung ist die Erstattung in der Regel unkompliziert, sofern die medizinische Indikation klar dokumentiert ist. Eine Anfrage zur Kostenübernahme vor der Untersuchung ist trotzdem sinnvoll.
Diese Fragen helfen, das Gespräch zu strukturieren. Über die Druckfunktion können Sie die Liste mitnehmen.
Ja, seit 2024 ist die PSMA-PET/CT als reguläre Kassenleistung in den EBM aufgenommen, allerdings nur, wenn die Behandlung im Rahmen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) erfolgt. Voraussetzung ist die Betreuung in einem interdisziplinären ASV-Team für urologische Tumoren. Ohne ASV-Anbindung kann ein individueller Kostenübernahmeantrag bei der Krankenkasse gestellt werden, der mit fachärztlicher Begründung oft positiv beschieden wird, mit privater Krankenversicherung ist die Erstattung in der Regel unkompliziert.
Das hängt davon ab, ob der CT-Teil als sogenannte Low-Dose-CT oder als diagnostische CT durchgeführt wird. Bei der Low-Dose-Technik wird das CT mit sehr geringer Strahlendosis aufgenommen und dient nur der anatomischen Zuordnung der PSMA-Anreicherung. Die Strahlenbelastung liegt dann bei etwa 4 bis 8 Millisievert. Bei der diagnostischen CT, meist mit jodhaltigem Kontrastmittel, wird zusätzlich eine vollständige CT-Diagnostik durchgeführt, die das Gewebe morphologisch beurteilbar macht. Dort liegt die Belastung bei etwa 12 bis 20 Millisievert. Welche Technik sinnvoll ist, entscheidet der Arzt im Einzelfall nach Krankengeschichte und Voraufnahmen. Zum Vergleich: Die natürliche Strahlenexposition beträgt in Deutschland etwa 2 Millisievert pro Jahr.
Nein. Die multiparametrische MRT der Prostata (mpMRT) bleibt der Standard für die lokale Tumorbeurteilung in der Prostata selbst, sie zeigt die Tumorgröße, Lokalisation, Kapselbeziehung und Samenblaseninfiltration mit hoher Auflösung. Die PSMA-PET/CT entfaltet ihre Stärke vor allem in der Beurteilung von Lymphknoten- und Fernmetastasen außerhalb der Prostata. Beide Verfahren ergänzen sich, in vielen klinischen Situationen werden sie nacheinander oder parallel eingesetzt.
Studien zeigen, dass die PSMA-PET/CT ab einem PSA-Wert von etwa 0,2 bis 0,5 ng/ml nach Prostatektomie sinnvoll wird. Bei niedrigeren Werten ist die Detektionsrate noch begrenzt. Am zuverlässigsten ist die Detektion bei PSA-Werten zwischen 0,5 und 2 ng/ml. Nach Strahlentherapie wird der Test bei PSA-Werten ab dem Nadir + 2 ng/ml empfohlen. In jedem Fall sollte die Indikationsstellung im interdisziplinären Tumorboard erfolgen.
Ein PSMA-positiver Befund zeigt eine erhöhte Tracer-Anreicherung in einer bestimmten Körperregion an, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Prostatakrebsgewebe hinweist. Wichtig: Die alleinige Anreicherung beweist noch keinen Krebs, sie wird im klinischen Gesamtkontext bewertet, oft im interdisziplinären Tumorboard. Bei eindeutigen Befunden (typische Lokalisation, hoher SUV-Wert, passender klinischer Verlauf) ist eine zusätzliche histologische Sicherung meist nicht erforderlich. Bei unklaren oder atypischen Anreicherungen kann eine Biopsie oder eine Verlaufskontrolle nach 3 bis 6 Monaten sinnvoll sein. Die Befundinterpretation gehört in die Hände eines erfahrenen Nuklearmediziners.
Weiterlesen: Was die Krankenkasse in der Urologie zahlt
Leitlinien
• European Association of Urology. EAU Guidelines on Prostate Cancer. Ausgabe 2025.
• Leitlinienprogramm Onkologie. S3-Leitlinie Prostatakarzinom. AWMF-Registernummer 043-022OL, Version 8.1, August 2025.
Studien
• Hofman, M. S. et al. (2020). Prostate-specific membrane antigen PET-CT in patients with high-risk prostate cancer before curative-intent surgery or radiotherapy (proPSMA): a prospective, randomised, multicentre study. Lancet, 395(10231), 1208-1216. PMID 32209449
• Mookerji, N. et al. (2024). Fluorine-18 prostate-specific membrane antigen-1007 PET/CT vs multiparametric MRI for locoregional staging of prostate cancer. JAMA Oncology, 10(8), 1097-1103. PMID 38949926