Radioligandentherapie bezeichnet eine Behandlung, bei der ein schwach radioaktiver Stoff an ein Suchmolekül gekoppelt wird. Dieses Molekül heftet sich gezielt an Tumorzellen und bestrahlt sie aus unmittelbarer Nähe von innen.
Wie sie funktioniert: Zwei Bausteine werden verbunden: der Ligand, also das Suchmolekül, und das Radionuklid, also der strahlende Stoff. Der Ligand ist so gebaut, dass er an ein Eiweiß auf der Oberfläche von Tumorzellen bindet. Nach der Infusion verteilt sich der Wirkstoff im Körper und reichert sich dort an, wo diese Zellen sitzen. Die Strahlung reicht nur ein bis zwei Millimeter weit, gesundes Gewebe bleibt weitgehend verschont.
Beim Prostatakrebs: Als Zielstruktur dient das prostataspezifische Membranantigen, kurz PSMA, ein Eiweiß, das Prostatakrebszellen besonders häufig tragen. Als Strahler wird Lutetium-177 verwendet. Voraussetzung ist, dass der Tumor im PSMA-PET-CT genügend Signal zeigt, denn nur was sichtbar ist, kann auch getroffen werden.
Wo sie stattfindet: In der Nuklearmedizin, stationär, weil für einige Tage Strahlenschutzregeln gelten. In Deutschland führen 60 Kliniken diese Behandlung durch.