Datenauswertung

Radioligandentherapie: Wo sie in Deutschland durchgeführt wird

62 Kliniken haben im Jahr 2024 eine Lutetium-177-PSMA-Therapie gemeldet, zusammen 8.786 Anwendungen. Drei davon melden weniger als vier Anwendungen, die genaue Zahl wird dann nicht ausgewiesen. Die Karte zeigt, wo, und wie oft.

Gezählt werden Anwendungen, nicht Patienten: Eine Behandlung besteht in der Regel aus vier bis sechs Zyklen im Abstand von sechs Wochen.
62
Kliniken bundesweit
8.786
Anwendungen 2024
117
Anwendungen im Median je Klinik
54 %
als Fertigarzneimittel
Was die Zahl aussagt und was nicht. Eine hohe Zahl bedeutet Erfahrung mit dem Verfahren und einer eingespielten Therapiestation. Sie sagt nichts darüber, ob die Behandlung im Einzelfall die richtige ist; das entscheidet die interdisziplinäre Tumorkonferenz. Ob die Klinik das Fertigarzneimittel oder eine Eigenherstellung aus der Klinikapotheke verwendet, hat für Patienten keine erkennbare Bedeutung, beide Wege sind etabliert.

Wie diese Auswertung entstanden ist

Jede Klinik in Deutschland ist gesetzlich verpflichtet, jährlich einen strukturierten Qualitätsbericht an den Gemeinsamen Bundesausschuss zu melden. Darin steht für jede Fachabteilung, welche Prozeduren wie oft durchgeführt wurden. Für die PSMA-Radioligandentherapie gibt es seit 2024 getrennte Schlüssel: 8-530.d1 für die Herstellung in der Klinikapotheke und 8-530.d2 für das zugelassene Fertigarzneimittel, dazu 8-530.dx für sonstige Formen. Bis 2023 galt ein gemeinsamer Schlüssel. Wir haben alle 2.220 Standortberichte des Jahres 2024 ausgewertet und diese drei Schlüssel zusammengefasst. Angegeben ist die Adresse des behandelnden Standorts, nicht die des Trägers.

Grenzen der Auswertung: Erfasst sind nur stationäre Behandlungen, und die Therapie findet in Deutschland ohnehin stationär statt. Kliniken, die 2024 erst begonnen haben, tauchen mit kleinen Zahlen oder gar nicht auf. Fehlkodierungen einzelner Häuser sind möglich. Ambulante Zentren ohne Krankenhausbezug erscheinen nicht, weil sie keinen Qualitätsbericht abgeben.

Für wen kommt die Behandlung infrage

Die Radioligandentherapie mit Lutetium-177 ist zugelassen für Männer mit metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom, deren Tumor im PSMA-PET ausreichend Signal zeigt und bei denen die üblichen Therapien nicht mehr ausreichen. Voraussetzung sind ein PSMA-PET-CT, eine ausreichende Nieren- und Knochenmarkfunktion und die Empfehlung einer Tumorkonferenz. Der Weg führt fast immer über den behandelnden Urologen oder das Prostatakrebszentrum, das die Vorstellung in der Nuklearmedizin veranlasst.

Wie die Behandlung abläuft: der ausführliche Artikel

Quelle: Strukturierte Qualitätsberichte der Krankenhäuser für das Berichtsjahr 2024, Gemeinsamer Bundesausschuss, Prozedurenschlüssel OPS 8-530.d1, 8-530.d2 und 8-530.dx. Kartenposition über den Bundes-Klinik-Atlas des Bundesministeriums für Gesundheit (Stand 28.07.2026), bei einzelnen Häusern nach der Standortadresse. Datenprüfung 18.10.2026. Aufbereitung: UroWissen. Diese Auswertung ist unabhängig entstanden, ohne Beteiligung von Herstellern.