
Ob eine Tastuntersuchung der Prostata dazugehört, hängt vom Anlass ab. Sie dauert wenige Sekunden.
Nehmen Sie eine Liste Ihrer Medikamente mit und, wenn vorhanden, frühere Befunde. Kommen Sie mit gefüllter Blase, für den Ultraschall ist das nötig.
Schreiben Sie Ihre Fragen vorher auf. Im Gespräch vergisst man sie, und das ärgert einen auf dem Heimweg.

Erst durchatmen: Der erste Termin beim Urologen ist fast immer harmloser als die Vorstellung davon. Die meisten Untersuchungen sind schmerzlos, die Tastuntersuchung der Prostata dauert zehn Sekunden, und niemand wird zu etwas gezwungen. Dieser Ratgeber beschreibt den Ablauf so, wie er in den meisten Praxen tatsächlich ist, und sagt, was Sie mitbringen sollten und was Sie nicht erwartet.
Urologen behandeln Nieren, Harnleiter, Blase und Harnröhre bei Frauen und Männern sowie Prostata, Hoden und Penis beim Mann, dazu Kinder mit Fehlbildungen und Bettnässen. Der häufigste Grund für einen ersten Termin ist beim Mann die Prostata, bei der Frau die wiederkehrende Blasenentzündung, bei beiden Blut im Urin, Steine, Inkontinenz und die Vorsorge. Anders als viele glauben, ist etwa jeder dritte Patient in einer urologischen Praxis eine Frau.
Ein Ersttermin dauert 20 bis 30 Minuten und besteht aus vier Bausteinen: Gespräch, Urinprobe, Ultraschall und körperliche Untersuchung. Nicht jeder Baustein ist bei jedem nötig, und keiner findet ohne Erklärung und Zustimmung statt. Wer Angst vor einer bestimmten Untersuchung hat, sagt das am Anfang; Urologen hören das täglich und richten sich danach.
Versichertenkarte, Überweisung falls vorhanden, eine Liste aller Medikamente einschließlich frei verkäuflicher und pflanzlicher Präparate, frühere Befunde und Arztbriefe, Laborwerte und Bilder auf CD oder USB-Stick, falls schon Untersuchungen liefen. Wer Blutverdünner nimmt, sagt das gleich, weil es für Eingriffe wichtig ist.
Kommen Sie mit gefüllter Blase, das heißt etwa eine Stunde vorher einen halben Liter trinken und nicht mehr zur Toilette gehen. Eine volle Blase ist für den Ultraschall nötig, und die Urinprobe wird ohnehin in der Praxis abgegeben. Wenn es nicht mehr auszuhalten ist, sagen Sie es an der Anmeldung, dann bekommen Sie den Becher sofort.
Überlegen Sie vorher, was Sie sagen möchten: seit wann die Beschwerden bestehen, wie oft sie auftreten, was sie auslöst oder bessert, ob Blut im Urin war, wie oft Sie nachts aufstehen, ob es Operationen oder Erkrankungen in der Familie gibt. Ein Miktionsprotokoll über zwei Tage, bei dem Sie Uhrzeit und Menge jedes Wasserlassens notieren, ist bei Blasenbeschwerden das Wertvollste, was Sie mitbringen können. Männer über 45 können den IPSS-Fragebogen vorab ausfüllen.
Der Termin beginnt im Sprechzimmer, nicht auf der Liege. Der Arzt fragt nach dem Anlass, den Beschwerden, Vorerkrankungen, Operationen, Medikamenten, Rauchen und der Familiengeschichte. Fragen zur Sexualität gehören dazu, weil Erektion, Samenerguss und Libido wichtige Hinweise auf Gefäße, Hormone und Nerven geben; sie werden sachlich gestellt und sachlich beantwortet. Niemand muss mehr erzählen, als er möchte, aber je offener das Gespräch, desto gezielter die Untersuchung.
Peinlichkeit ist das häufigste Hindernis und das unnötigste. Urologen sprechen täglich über Blasenschwäche, Erektionsstörungen und Brennen beim Wasserlassen, so wie Zahnärzte über Karies. Es gibt in diesem Fach keine Frage, die nicht schon hundertmal gestellt wurde. Wer eine Begleitperson mitbringen möchte, darf das, auch ins Sprechzimmer.
Die Urinprobe wird als Mittelstrahlurin abgegeben: Hände waschen, den ersten Schwall in die Toilette, dann den Becher unterhalten, etwa ein Drittel füllen, den Rest wieder in die Toilette. Der Teststreifen zeigt binnen einer Minute Entzündungszeichen, Blut, Eiweiß und Zucker. Bei Verdacht auf Infekt wird eine Kultur angelegt, deren Ergebnis nach zwei bis drei Tagen vorliegt. Bei Männern gibt es je nach Fragestellung eine Zwei-Gläser-Probe, bei der der erste und der mittlere Urin getrennt aufgefangen werden, um Harnröhre und Blase zu unterscheiden.
Häufig folgt die Harnstrahlmessung: Sie urinieren in einen Trichter mit Messgerät, das aufzeichnet, wie kräftig der Strahl ist. Das ist die wichtigste Untersuchung bei Prostatabeschwerden und völlig schmerzlos; nur die Blase muss dafür ausreichend voll sein. Direkt danach wird per Ultraschall der Restharn gemessen.
Im Liegen werden mit dem Schallkopf auf dem Bauch und in den Flanken Nieren, Blase und beim Mann grob die Prostata untersucht. Das dauert fünf bis zehn Minuten, ist schmerzlos und ohne Strahlung. Zu sehen sind Nierensteine, Harnstau, Zysten, Blasenwanddicke, Restharn und Prostatagröße. Bei Hodenbeschwerden wird der Hoden mit einem kleinen Schallkopf untersucht, mit Farbdoppler für die Durchblutung; das ist die entscheidende Untersuchung bei Knoten, Schwellung und Schmerz.
Bei Männern mit Verdacht auf Prostataerkrankung kann ein Ultraschall über den Enddarm folgen, bei dem eine fingerdicke Sonde mit Kondom und Gleitgel eingeführt wird. Er misst die Prostata genau und ist unangenehm, aber nicht schmerzhaft, und dauert zwei bis drei Minuten. Er gehört nicht zur Routine jedes Ersttermins.
Beim Mann werden Penis, Hoden und Leisten kurz abgetastet, im Stehen oder Liegen. Die Tastuntersuchung der Prostata erfolgt über den Enddarm mit einem behandschuhten, eingecremten Finger, im Liegen auf der Seite mit angezogenen Knien oder vornübergebeugt im Stehen. Sie dauert etwa zehn Sekunden. Der Arzt beurteilt Größe, Form, Konsistenz und ob die Prostata druckschmerzhaft ist. Die Untersuchung ist für die meisten Männer weniger unangenehm als befürchtet; ein Druckgefühl wie beim Stuhlgang ist normal, Schmerz nicht. Zur reinen Früherkennung ist sie nach der aktuellen Leitlinie nicht mehr empfohlen, bei Beschwerden oder erhöhtem PSA bleibt sie wichtig.
Bei der Frau wird in der Regel der Unterbauch abgetastet. Eine gynäkologische Untersuchung auf dem Stuhl erfolgt nur bei Fragen nach Senkung oder Inkontinenz, dann mit Hustentest und Prüfung des Beckenbodens, und wird vorher erklärt. Eine Blasenspiegelung ist beim Ersttermin die Ausnahme und wird fast immer als eigener Termin geplant.
Am Ende fasst der Arzt zusammen, was er gefunden hat und was er vorschlägt: abwarten und kontrollieren, Medikamente, weitere Untersuchungen wie MRT, Blasenspiegelung oder Blasendruckmessung, oder eine Überweisung. Fragen Sie nach, bis Sie es verstanden haben, und lassen Sie sich Befunde ausdrucken oder in die Patientenakte stellen. Bei Vorsorgeuntersuchungen gibt es häufig das Angebot individueller Gesundheitsleistungen, etwa PSA-Test oder Ultraschall, die selbst bezahlt werden; Sie dürfen in Ruhe entscheiden und müssen nichts sofort buchen.
Die gesetzliche Krebsfrüherkennung beim Mann ab 45 umfasst Gespräch, Untersuchung der äußeren Genitalien, Tastuntersuchung der Prostata und der Lymphknoten, einmal im Jahr kostenfrei. Der PSA-Test ist bislang keine Kassenleistung, wird aber von der Leitlinie ab 45 nach Beratung empfohlen und kostet 20 bis 35 Euro. Ein Termin dauert in der Praxis meist länger, als die Sprechstunde erlaubt; wer viele Fragen hat, sagt das bei der Terminvergabe.
Diese Fragen helfen, das Gespräch zu strukturieren. Über die Druckfunktion können Sie die Liste mitnehmen.
Nein. Urologen sind Fachärzte, die gesetzlich Versicherte ohne Überweisung aufsuchen können. Eine Überweisung vom Hausarzt beschleunigt aber oft den Termin und liefert Vorbefunde mit. Über die Terminservicestelle 116117 gibt es bei dringlicher Überweisung einen Termin innerhalb von vier Wochen.
Ja, und bei Blasenentzündungen, Inkontinenz, Steinen, Nierenerkrankungen und Blut im Urin ist die Urologie das zuständige Fach. Viele Praxen haben Ärztinnen; bei der Terminvergabe kann man danach fragen.
Nein. Sie ist unangenehm und dauert zehn Sekunden. Schmerzen treten nur bei einer akuten Prostatitis auf, und dann ist die Schmerzhaftigkeit selbst der Befund. Wer sich entspannt und tief ausatmet, spürt weniger.
Bei Beschwerden in jedem Alter. Zur Vorsorge empfiehlt die Leitlinie Männern ab 45 das Gespräch über den PSA-Test, die Kasse zahlt die Krebsfrüherkennung ab 45. Jungen Männern wird die monatliche Selbstuntersuchung der Hoden empfohlen, ein Praxisbesuch nur bei Auffälligkeiten.
Das kommt täglich vor. Trinken Sie im Wartezimmer ein oder zwei Gläser Wasser und versuchen Sie es in 20 Minuten erneut. Die Praxis kann auch eine Probe vom nächsten Morgen annehmen. Niemand ist deswegen verärgert.
Leitlinien
• Leitlinienprogramm Onkologie. S3-Leitlinie Prostatakarzinom. AWMF-Registernummer 043-022OL, Version 8.1, August 2025.
• Krebsfrüherkennungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, aktuelle Fassung.
Reviews
• EAU Patient Information: Visiting your urologist. European Association of Urology, patients.uroweb.org.