Beim Mann steckt meist eine vergrößerte Prostata dahinter, seltener eine Verengung oder eine Blasenstörung durch Nervenschäden. Auch ein Dauerkatheter begünstigt sie.
Zeichen sind Schmerzen beim Wasserlassen, ein Strahl, der plötzlich abbricht, Blut im Urin und wiederkehrende Infekte.
Entscheidend ist, die Ursache mitzubehandeln. Wer nur den Stein entfernt und den Restharn lässt, bekommt den nächsten.
Blasensteine unterscheiden sich grundlegend von Nierensteinen. Sie entstehen fast nie von selbst, sondern sind fast immer die Folge eines anderen Problems: Urin, der in der Blase stehen bleibt.
Deshalb gilt der wichtigste Grundsatz dieses Krankheitsbildes: Der Stein ist das Symptom, nicht die Erkrankung. Wer ihn entfernt, ohne die Ursache zu behandeln, sieht den nächsten in ein bis zwei Jahren wieder.

Bleibt nach dem Wasserlassen Restharn zurück, konzentriert sich dieser Urin, Kristalle lagern sich zusammen, und über Monate wächst daraus ein Stein. Die häufigsten Ursachen für Restharn sind:
Seltener wandert ein Nierenstein herunter und wächst in der Blase weiter. Bei Kindern kommen ernährungsbedingte Blasensteine vor, in Deutschland allerdings kaum.
Charakteristisch ist ein Harnstrahl, der plötzlich abbricht und in veränderter Körperhaltung wieder einsetzt. Der Stein legt sich dabei vor den Blasenausgang und rollt beim Positionswechsel weg.
Hinzu kommen Schmerzen im Unterbauch, die in die Eichel oder den Damm ausstrahlen und sich bei Bewegung verstärken, häufiger Drang, Brennen und Blut im Urin, oft am Ende des Wasserlassens.
Ein erheblicher Teil verursacht allerdings gar keine Beschwerden und wird zufällig im Ultraschall entdeckt.
Der Ultraschall ist die wichtigste Untersuchung und zeigt Steine ab wenigen Millimetern zuverlässig, einschließlich der typischen Schallauslöschung dahinter. Er misst im selben Termin den Restharn und beurteilt die Prostata, also gleich die mögliche Ursache.
Die Blasenspiegelung zeigt Zahl, Größe und Beschaffenheit der Steine und deckt zusätzlich Divertikel oder Schleimhautveränderungen auf. Sie ist häufig zugleich der Beginn der Behandlung.
Eine Computertomografie wird nur bei besonderen Fragestellungen benötigt.
Blasensteine werden praktisch immer entfernt, weil sie ohne Behandlung wachsen, Infekte unterhalten und langfristig die Blasenschleimhaut reizen.
Standard ist die endoskopische Entfernung über die Harnröhre: Der Stein wird mit Laser, Ultraschall oder mechanisch zertrümmert und die Fragmente werden abgesaugt. Der Eingriff erfolgt in Narkose, dauert je nach Steinmasse dreißig bis neunzig Minuten und ist meist mit einem kurzen Aufenthalt verbunden.
Sehr große Steine werden über einen kleinen Schnitt oberhalb des Schambeins entfernt, was schneller geht als stundenlanges Zertrümmern.
Entscheidend ist der zweite Teil: Im selben Eingriff oder kurz danach wird die Ursache behandelt, meist durch eine Prostataoperation. Ohne diesen Schritt liegt die Rückfallrate hoch.
Die Stoßwellenbehandlung von außen wird bei Blasensteinen kaum eingesetzt, weil die Fragmente in der Blase liegen bleiben und nicht wie im Harnleiter herausgespült werden.
Auch bei Blasensteinen lohnt die Analyse, und zwar aus einem anderen Grund als bei Nierensteinen. Sie unterscheidet zwei Entstehungswege.
Steine aus Harnsäure oder Calciumoxalat entstehen durch den konzentrierten, stehenden Urin. Hier zählen Trinkmenge und die Beseitigung des Restharns.
Struvitsteine entstehen durch Bakterien, die Harnstoff spalten und den Urin alkalisch machen. Sie sind ein Hinweis auf eine dauerhafte bakterielle Besiedlung, häufig bei Kathetern. Hier genügt die mechanische Entfernung nicht: Bleiben kleinste Bruchstücke zurück, wachsen sie mit den Bakterien wieder nach. Deshalb wird bei dieser Steinart besonders sorgfältig entfernt und die Besiedlung gezielt behandelt.
Diese Unterscheidung erklärt, warum manche Betroffene trotz behandelter Prostata weiter Steine bilden.
Die wirksamste Maßnahme ist die Beseitigung des Restharns. Wo das nicht vollständig gelingt, etwa bei neurogener Blase, ist der Selbstkatheterismus der beste Schutz.
Bei liegendem Dauerkatheter sind regelmäßige Wechsel nach Vorgabe und reichliches Trinken wichtig. Die Steinanalyse lohnt auch hier, weil sie zeigt, ob Bakterien beteiligt waren, die harnstoffspaltend wirken und dann eigens behandelt werden.
Sehr kleine Steine unter etwa fünf Millimetern gelegentlich ja, besonders bei Frauen mit kurzer Harnröhre. Bei Männern ist das die Ausnahme. Da die Ursache ohnehin behandelt werden muss, wird meist nicht abgewartet.
Weil die Ursache besteht. Wiederkehrende Blasensteine sind fast immer ein Hinweis auf verbliebenen Restharn, einen Katheter oder ein Divertikel. Lassen Sie in diesem Fall den Restharn messen und die Blasenentleerung gezielt untersuchen, statt nur den nächsten Stein zu entfernen.
Leitlinien
• European Association of Urology. EAU Guidelines on Urolithiasis. Ausgabe 2025.
• Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU). S2k-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe der Urolithiasis. AWMF-Register-Nr. 043-025.