Metaphylaxe ist die Vorbeugung erneuter Harnsteine nach einem ersten Steinereignis. Ohne Vorbeugung bekommt etwa die Hälfte der Betroffenen innerhalb von zehn Jahren wieder einen Stein, mit konsequenter Metaphylaxe lässt sich das Risiko mehr als halbieren. Sie beginnt mit der Steinanalyse und richtet sich nach der Steinart.
Allgemeine Maßnahmen für alle: Trinken, bis die Urinmenge 2 bis 2,5 Liter am Tag erreicht, gleichmäßig über den Tag verteilt und auch abends, sodass der Urin hellgelb bleibt. Ausgewogene Kost mit viel Gemüse und Obst, normal viel Kalzium aus Lebensmitteln, wenig Kochsalz, mäßig tierisches Eiweiß, wenig Zucker und Softdrinks. Normalgewicht und Bewegung. Diese Basismaßnahmen reichen bei den meisten Erststeinträgern aus.
Nach Steinart: Kalziumoxalat: Oxalatreiche Lebensmittel mit Milchprodukten kombinieren, kein hochdosiertes Vitamin C, bei wiederholten Steinen Alkalicitrat oder Thiazid nach 24-Stunden-Urin. Harnsäure: Urin-pH auf 6,5 bis 7 anheben, weniger Purine, Allopurinol bei hohen Werten. Kalziumphosphat: pH nicht anheben, Überfunktion der Nebenschilddrüse ausschließen. Infektsteine: Infekte konsequent behandeln, Urin ansäuern. Zystin: sehr hohe Trinkmenge, pH über 7,5, Tiopronin.
Wer mehr braucht: Eine erweiterte Abklärung mit 24-Stunden-Sammelurin, Blutwerten und gegebenenfalls Medikamenten ist nötig bei wiederholten Steinen, bei Steinen vor dem 25. Lebensjahr, bei Kindern, bei Einzelniere, bei Zystin- und Harnsäuresteinen, bei Steinen in beiden Nieren, bei familiärer Häufung und bei Begleiterkrankungen wie Gicht, Darmerkrankungen oder Nebenschilddrüsenüberfunktion. Die Kontrolle erfolgt jährlich per Ultraschall.