Struvitsteine sind Harnsteine aus Magnesiumammoniumphosphat. Sie entstehen nicht durch Ernährung oder Stoffwechsel, sondern durch bakterielle Infektion, und heißen deshalb auch Infektsteine. Sie machen einen kleineren Teil aller Harnsteine aus, verursachen aber überdurchschnittlich viele Probleme.
Wie sie entstehen: Bestimmte Bakterien, vor allem Proteus, bilden das Enzym Urease. Es spaltet den Harnstoff im Urin, wodurch Ammoniak frei wird und der Urin alkalisch wird. In diesem Milieu fallen Magnesium, Ammonium und Phosphat aus. Der Stein und die Infektion halten sich gegenseitig am Leben: Der Stein bietet den Bakterien Schutz, die Bakterien lassen den Stein wachsen.
Warum sie gefährlich sind: Struvitsteine wachsen schnell und können das gesamte Nierenbeckenkelchsystem ausfüllen. Solche Ausgusssteine zerstören unbehandelt über Jahre die Niere und sind eine Quelle wiederkehrender Blutvergiftungen. Schmerzen fehlen dabei oft, weil der Stein nicht wandert.
Behandlung: Entscheidend ist die vollständige Entfernung. Jedes verbliebene Bruchstück beherbergt Bakterien und lässt den Stein nachwachsen. Bei großen Steinen ist die perkutane Nierensteinentfernung über einen Zugang durch die Flanke der übliche Weg. Anschließend wird gezielt nach Antibiogramm behandelt.
Nachsorge: Kontrollen von Urin und Bildgebung über Jahre, weil die Rückfallquote hoch ist. Wer wiederholt Infektsteine bildet, sollte auf zugrunde liegende Abflusshindernisse untersucht werden.