PCNL steht für perkutane Nephrolitholapaxie, die Entfernung großer Nierensteine über einen Zugang durch die Haut der Flanke direkt in das Nierenbecken. Sie ist das Standardverfahren bei Steinen über zwei Zentimeter und bei Ausgusssteinen, die das gesamte Nierenbecken ausfüllen.
Ablauf: In Narkose, in Bauch- oder Rückenlage, wird das Nierenbecken unter Ultraschall- und Röntgenkontrolle punktiert und der Kanal auf sechs bis zehn Millimeter aufgedehnt. Durch ihn wird ein Endoskop eingeführt, der Stein mit Ultraschall, Laser oder Pressluft zerkleinert und abgesaugt. Dauer ein bis drei Stunden, Aufenthalt drei bis fünf Tage. Am Ende bleibt oft für ein bis zwei Tage eine Nierenfistel oder eine Harnleiterschiene. Die Mini-PCNL arbeitet mit Kanälen unter fünf Millimetern und weniger Blutverlust.
Ergebnisse: Steinfreiheit bei 80 bis 95 Prozent nach einer Sitzung, bei Ausgusssteinen oft erst nach zwei Eingriffen oder in Kombination mit der Harnleiterspiegelung. Für große Steine ist die PCNL der Stoßwellentherapie und der Spiegelung klar überlegen, weil sie die Steinmasse in einer Sitzung beseitigt.
Risiken: Blutungen, die in ein bis drei Prozent eine Transfusion oder in unter einem Prozent eine Gefäßverödung erfordern, Fieber und Sepsis bei infizierten Steinen, Verletzung von Rippenfell, Darm oder Milz bei ungünstiger Lage und ein Harnstau durch Restfragmente. Blutverdünner müssen pausiert werden. Eine Urinkultur vor dem Eingriff und die gezielte Antibiotikagabe senken das Infektrisiko deutlich.