Dafür brauchen sie Zeit. Eine Wirkung ist frühestens nach drei bis sechs Monaten zu spüren, der volle Effekt nach einem Jahr.
Sie halbieren den PSA-Wert. Wer sie nimmt, muss das bei jeder PSA-Kontrolle sagen, sonst wird der Wert falsch eingeordnet.
Nebenwirkungen betreffen vor allem die Sexualität: Libidoverlust und Erektionsstörungen bei einem kleinen Teil der Männer. Sie bilden sich nach Absetzen meist zurück.
5-Alpha-Reduktase-Hemmer greifen anders in die Prostatabeschwerden ein als Alpha-Blocker. Sie entspannen nichts, sondern verkleinern die Drüse.
Möglich ist das, weil das Prostatawachstum nicht direkt vom Testosteron abhängt, sondern von dessen wirksamerer Form Dihydrotestosteron. Das Enzym, das die eine in die andere umwandelt, wird von diesen Wirkstoffen gehemmt. Der Spiegel in der Prostata sinkt um bis zu neunzig Prozent, das Gewebe bildet sich zurück.
Das Ergebnis ist eine Volumenreduktion von etwa zwanzig bis dreißig Prozent, und daraus folgt der wichtigste praktische Punkt: Es dauert. Eine spürbare Besserung tritt frühestens nach drei bis sechs Monaten ein, die volle Wirkung nach sechs bis zwölf.

Entscheidend ist die Größe der Prostata. Bei einem Volumen unter etwa 30 bis 40 Millilitern ist der Nutzen gering, weil wenig zu verkleinern ist. Bei größeren Drüsen wirken sie zuverlässig.
Der eigentliche Vorteil zeigt sich langfristig: In großen Untersuchungen senkten sie die Wahrscheinlichkeit eines akuten Harnverhalts und die Notwendigkeit einer Operation deutlich. Damit sind sie das einzige Medikament bei Prostatabeschwerden, das den Krankheitsverlauf beeinflusst und nicht nur Symptome lindert.
Häufig werden sie mit einem Alpha-Blocker kombiniert. Der wirkt sofort und überbrückt die Monate, bis die Verkleinerung greift. In Untersuchungen war die Kombination beiden Einzelbehandlungen überlegen.
Die relevanten Nebenwirkungen betreffen die Sexualität und treten bei einem Teil der Anwender auf: nachlassendes Verlangen, Erektionsstörungen, vermindertes Ejakulatvolumen. Sie sind meist mild und bilden sich nach dem Absetzen in der Regel zurück.
Seltener sind Brustspannen und eine Vergrößerung des Brustdrüsengewebes, die anhalten kann und dann behandlungsbedürftig wird.
Zwei Substanzen sind in Deutschland verfügbar, und sie unterscheiden sich in einem Detail mit praktischer Bedeutung.
Finasterid hemmt vorwiegend eines der beiden Enzyme, die für die Umwandlung zuständig sind. Es hat eine kurze Halbwertszeit von wenigen Stunden, und nach dem Absetzen normalisieren sich die Hormonspiegel innerhalb weniger Wochen.
Dutasterid hemmt beide Enzyme und senkt den Dihydrotestosteronspiegel stärker. Seine Halbwertszeit beträgt allerdings mehrere Wochen, weshalb es nach dem Absetzen monatelang nachweisbar bleibt.
In direkten Vergleichen unterscheiden sich beide in Wirksamkeit und Verträglichkeit nur wenig. Die längere Verweildauer von Dutasterid ist relevant, wenn wegen Nebenwirkungen abgesetzt wird, weil sich der Zustand entsprechend langsamer zurückbildet.
Zwei Größen zeigen, ob die Behandlung greift. Erstens die Beschwerden, erfasst über einen Fragebogen, der vor Beginn und nach sechs bis zwölf Monaten ausgefüllt wird. Zweitens das Prostatavolumen im Ultraschall, das im selben Zeitraum um etwa ein Viertel abnehmen sollte.
Bleibt beides unverändert, wird nicht einfach weitergemacht. Möglich ist, dass die Beschwerden gar nicht von der Prostatagröße herrühren, sondern von einer überaktiven Blase oder einer schwachen Blasenmuskulatur. Dann ist ein anderer Behandlungsweg richtig.
Kontrolliert werden außerdem der neue PSA-Ausgangswert und, bei Beschwerden, der Restharn.
Dieser Punkt ist der wichtigste für die Krebsvorsorge und wird regelmäßig vergessen.
Unter der Behandlung halbiert sich der PSA-Wert etwa innerhalb von sechs bis zwölf Monaten. Ein gemessener Wert von 2 entspricht damit einem tatsächlichen von etwa 4. Wer das nicht berücksichtigt, übersieht möglicherweise einen Anstieg.
Praktisch gilt deshalb: Nach sechs bis zwölf Monaten wird ein neuer Ausgangswert bestimmt, mit dem künftig verglichen wird. Und jeder Anstieg gegenüber diesem neuen Ausgangswert ist abklärungsbedürftig, auch wenn der absolute Wert niedrig erscheint.
Sagen Sie jedem Arzt, der Ihnen PSA abnimmt, dass Sie dieses Medikament einnehmen. Das ist keine Formalität, sondern verhindert eine Fehlinterpretation.
Blutspende. Unter der Einnahme und für einen Zeitraum danach ist eine Blutspende nicht möglich, weil der Wirkstoff bei Schwangeren die Entwicklung eines männlichen Fötus beeinträchtigen kann.
Umgang mit den Tabletten. Schwangere sollen zerbrochene oder zerstoßene Tabletten nicht anfassen. Unbeschädigte Tabletten sind mit einem Überzug versehen und unbedenklich.
Haarausfall. Derselbe Wirkstoff wird in geringerer Dosis gegen erblich bedingten Haarausfall eingesetzt. Wer beides gleichzeitig einnimmt, verdoppelt unbemerkt die Dosis, siehe Finasterid.
Absetzen. Nach dem Absetzen wächst die Prostata wieder, und die Beschwerden kehren über Monate zurück. Die Behandlung ist auf Dauer angelegt.
Dauerhaft, solange die Wirkung gewünscht ist und vertragen wird. Nach dem Absetzen wächst die Prostata wieder, und die Beschwerden kehren zurück. Eine Pause zur Erholung ist nicht sinnvoll, weil dabei der gesamte Effekt verloren geht.
Große Untersuchungen zeigten weniger Diagnosen von Tumoren mit niedrigem Risiko, aber keinen Vorteil beim Überleben. Als Vorbeugung ist die Substanz deshalb nicht zugelassen und wird dafür auch nicht empfohlen. Verordnet wird sie wegen der Beschwerden.
Weil die Wirkung auf der Verkleinerung der Drüse beruht, und die braucht Monate. Wer schnelle Linderung braucht, bekommt zusätzlich einen Alpha-Blocker, der innerhalb von Tagen wirkt. Setzen Sie das Medikament nicht ab, bevor sechs Monate vergangen sind.
Leitlinien
• European Association of Urology (EAU). Guidelines on the Management of Non-neurogenic Male LUTS, incl. Benign Prostatic Obstruction. EAU, 2025.
• Deutsche Gesellschaft für Urologie. S2e-Leitlinie Therapie des Benignen Prostatasyndroms. AWMF-Registernummer 043-035.