Dihydrotestosteron, kurz DHT, ist die aktivste Form des männlichen Geschlechtshormons. Es entsteht aus Testosteron durch das Enzym 5-Alpha-Reduktase und wirkt am Rezeptor etwa zehnmal stärker. DHT treibt das Wachstum der Prostata, den Haarausfall vom männlichen Typ und in der Pubertät die Ausbildung der äußeren Geschlechtsorgane.
Rolle bei der Prostata: In der Prostata wird Testosteron fast vollständig in DHT umgewandelt, und DHT ist der eigentliche Wachstumsreiz für die gutartige Vergrößerung. Männer, denen das Enzym von Geburt an fehlt, entwickeln keine BPH und keinen Prostatakrebs, was die Bedeutung des Hormons zeigt. Der DHT-Spiegel im Blut sagt allerdings wenig über die Prostata aus, weil das Hormon dort vor Ort gebildet wird.
Medikamente, die es blockieren: Finasterid und Dutasterid hemmen die 5-Alpha-Reduktase und senken das DHT in der Prostata um 70 bis 90 Prozent. Die Drüse schrumpft über sechs bis zwölf Monate um etwa ein Viertel, das Risiko für Harnverhalt und Operation sinkt. Finasterid in niedriger Dosis wird auch gegen Haarausfall eingesetzt. Nebenwirkungen bei einem kleinen Teil der Männer sind Libidoverlust, Erektionsstörung und Brustschwellung.
Was der PSA-Wert dabei macht: Unter 5-Alpha-Reduktase-Hemmern halbiert sich der PSA-Wert innerhalb eines Jahres. Für die Krebsfrüherkennung muss der gemessene Wert deshalb verdoppelt werden. Ein Anstieg unter laufender Therapie ist auffälliger als derselbe Anstieg ohne Medikament und sollte abgeklärt werden.