Testosteron ist das wichtigste männliche Geschlechtshormon. Es wird zu 95 Prozent in den Hoden gebildet, gesteuert von der Hirnanhangsdrüse, und steuert Libido, Erektion, Spermienbildung, Muskel- und Knochenmasse, Blutbildung, Stimmung und Energie. Frauen bilden es in kleinen Mengen in Eierstöcken und Nebennieren.
Werte: Gemessen wird morgens zwischen 7 und 11 Uhr nüchtern, weil der Spiegel im Tagesverlauf um bis zu 30 Prozent fällt. Der Normbereich liegt bei etwa 12 bis 35 nmol/l (3,5 bis 10 ng/ml). Werte unter 12 nmol/l gelten als erniedrigt, unter 8 als eindeutig niedrig, dazwischen entscheidet das freie Testosteron. Ein einzelner niedriger Wert reicht nicht, er muss an einem zweiten Tag bestätigt werden. Mit dem Alter sinkt der Spiegel langsam um etwa ein Prozent pro Jahr.
Mangel: Symptome sind Libidoverlust, Erektionsstörung, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Muskelabbau, Bauchfett, Hitzewallungen, Blutarmut und Knochenschwund. Ursachen sind Hodenschäden, Störungen der Hirnanhangsdrüse, Übergewicht, Diabetes, Schlafapnoe, Medikamente wie Opioide oder Kortison und Alkohol. Behandelt wird nur, wenn Symptome und bestätigt niedrige Werte zusammenkommen, mit Gel, Spritzen oder Pflaster, unter Kontrolle von Hämatokrit, PSA und Prostata.
Missverständnisse: Testosteron verursacht keinen Prostatakrebs, eine Therapie ist aber bei bestehendem, unbehandeltem Prostatakrebs nicht erlaubt. Es ist kein Mittel gegen normales Altern oder Müdigkeit bei normalen Werten. Bei Kinderwunsch ist es kontraproduktiv, weil es die eigene Spermienbildung unterdrückt. Bewegung, Gewichtsabnahme und Schlaf heben niedrige Werte oft messbar an, meist um zwei bis drei nmol/l.