Lexikon

Überlaufinkontinenz

Überlaufinkontinenz entsteht, wenn die Blase sich nicht mehr ausreichend entleeren kann, ständig übervoll ist und Urin tröpfchenweise abgeht. Es ist die einzige Inkontinenzform, bei der die Blase zu voll ist und nicht zu schwach verschlossen.

Ursachen: Am häufigsten ist ein Abflusshindernis, beim Mann fast immer die vergrößerte Prostata, seltener eine Harnröhrenenge. Die zweite Gruppe sind Blasen, deren Muskel zu schwach geworden ist, etwa bei Diabetes, nach Bandscheibenvorfällen, bei Nervenerkrankungen oder durch Medikamente.

Warum sie gefährlich ist: Der Restharn staut sich bis in die Nieren zurück und kann sie dauerhaft schädigen. Stehender Urin begünstigt außerdem Infektionen und Steine. Tröpfelnder Urinverlust bei einem älteren Mann ist deshalb immer ein Grund für eine Restharnmessung per Ultraschall.

Behandlung: Zuerst wird die Blase entlastet, akut mit einem Katheter. Danach wird die Ursache behandelt: Prostata-Medikamente oder eine Prostata-Operation, Behandlung der Harnröhrenenge. Bei dauerhaft schwachem Blasenmuskel ist der intermittierende Selbstkatheterismus die schonendste Lösung.

📖 Weiterführende Artikel

📖 Teil des UroWissen-Lexikons mit 134 Fachbegriffen. Alle Begriffe →
Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
Zum Schließen tippen · seitlich wischen für Details