Lexikon

Prostataspezifisches Membranantigen

Prostataspezifisches Membranantigen, kurz PSMA, ist ein Eiweiß auf der Oberfläche von Prostatazellen, das auf Prostatakrebszellen hundert- bis tausendfach häufiger vorkommt als auf gesunden. Es dient als Zielstruktur für die PSMA-PET/CT zur Bildgebung und für die Radioligandentherapie zur Behandlung.

Nicht zu verwechseln mit PSA: PSA ist ein Enzym, das die Prostata ins Blut abgibt und das im Labor gemessen wird. PSMA sitzt fest auf der Zelloberfläche und wird nicht im Blut bestimmt, sondern im Körper sichtbar gemacht, indem man eine schwach radioaktive Substanz daran andocken lässt. Beide stammen aus der Prostata, haben aber sonst nichts miteinander zu tun.

Bildgebung: Bei der PSMA-PET/CT wird ein mit Gallium-68 oder Fluor-18 markierter Bindungsstoff gespritzt, der sich an PSMA heftet. Tumorherde leuchten in der Aufnahme auf, auch wenn sie nur wenige Millimeter groß sind. Das Verfahren findet beim PSA-Rezidiv den Sitz des Tumors schon bei Werten um 0,5 ng/ml und ist beim Hochrisiko-Tumor vor der Therapie genauer als CT und Knochenszintigraphie zusammen.

Therapie: Bei der Radioligandentherapie wird derselbe Bindungsstoff mit dem Betastrahler Lutetium-177 beladen. Er sammelt sich in den Tumorzellen und bestrahlt sie von innen über wenige Millimeter. Die VISION-Studie zeigte beim metastasierten kastrationsresistenten Prostatakrebs eine Lebensverlängerung, die Therapie ist seit 2022 zugelassen. Eine geringe PSMA-Ausprägung kommt auch in Speicheldrüsen, Nieren und Dünndarm vor, was Mundtrockenheit als häufigste Nebenwirkung erklärt.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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