Das Ergebnis wird als PI-RADS angegeben, eine Skala von 1 bis 5. Sie sagt, wie wahrscheinlich ein bedeutsamer Tumor ist, nicht, ob einer vorliegt.
Bei PI-RADS 1 und 2 kann in vielen Fällen auf eine Biopsie verzichtet werden. Ab 4 wird gezielt biopsiert.
Wichtig ist die Qualität. Ein MRT nach dem sogenannten multiparametrischen Standard und eine erfahrene Befundung machen den Unterschied. Danach zu fragen ist berechtigt.
Bis vor wenigen Jahren führte ein erhöhter PSA-Wert direkt zur Gewebeentnahme, und zwar nach festem Schema, ohne dass jemand wusste, wo etwas sein könnte. Heute steht die Kernspintomografie davor und beantwortet zwei Fragen, bevor überhaupt eine Nadel zum Einsatz kommt: Gibt es ein verdächtiges Areal, und wenn ja, wo genau?
Daraus folgen zwei Vorteile. Ein unauffälliges MRT erspart einem erheblichen Teil der Männer die Biopsie ganz, ohne dass mehr behandlungsbedürftige Tumoren übersehen werden. Und wenn biopsiert wird, treffen die Nadeln gezielt, was aggressive Tumoren zuverlässiger findet als das frühere Zufallsprinzip.
Der sperrige Begriff bedeutet schlicht, dass mehrere unterschiedliche Aufnahmearten kombiniert werden, weil jede etwas anderes zeigt.
Die T2-Wichtung stellt die Anatomie dar: die Zonen der Prostata, die Kapsel, die Samenblasen. Sie ist die Grundlage jeder Beurteilung.
Die Diffusionswichtung misst, wie frei sich Wassermoleküle im Gewebe bewegen. In dicht gepacktem Tumorgewebe ist diese Bewegung eingeschränkt, was ein starkes Signal ergibt. Sie ist die wichtigste Sequenz für die Peripherzone, in der die meisten Karzinome entstehen.
Die Kontrastmittelaufnahme zeigt die Durchblutung. Tumoren nehmen Kontrastmittel schneller auf und geben es schneller wieder ab.
An manchen Zentren wird auf das Kontrastmittel verzichtet, wenn die anderen beiden Sequenzen von hoher Qualität sind. Das verkürzt die Untersuchung und vermeidet den Zugang in die Vene.
Sie brauchen keine Nüchternheit, sollten aber einige Dinge beachten. Ein möglichst leerer Enddarm verbessert die Bildqualität deutlich, weshalb viele Zentren ein Abführzäpfchen empfehlen. Die Blase soll weder leer noch prall gefüllt sein, also etwa eine Stunde vorher nicht mehr trinken und kurz vor der Untersuchung Wasser lassen.
Die Untersuchung dauert 30 bis 45 Minuten. Sie liegen auf dem Rücken, eine Spule liegt auf dem Becken, und Sie erhalten einen Gehörschutz, weil das Gerät laut ist. Bewegung verwischt die Bilder, deshalb ist Stillliegen die einzige Anforderung.
Häufig wird ein Medikament gespritzt, das die Darmbewegung ruhigstellt. Es kann kurzzeitig den Mund trocken machen, das Sehen unscharf werden lassen und den Puls beschleunigen. Bei bestimmten Vorerkrankungen wird darauf verzichtet.

Wichtig ist, was die Skala nicht sagt: Sie ist keine Diagnose und kein Schweregrad. Sie schätzt allein die Wahrscheinlichkeit, dass eine gezielte Biopsie einen behandlungsbedürftigen Tumor finden würde.
Bei PI-RADS 4 und 5 wird in aller Regel biopsiert. Bei 1 und 2 kann darauf häufig verzichtet und stattdessen der PSA-Verlauf kontrolliert werden. Bei 3 hilft die PSA-Dichte weiter, also der PSA-Wert geteilt durch das Prostatavolumen: Ein niedriger Wert spricht dafür, dass der erhöhte PSA von einer schlicht großen Prostata stammt.
Ein unauffälliges MRT schließt einen Tumor nicht vollständig aus. Vor allem sehr kleine und diffus wachsende Karzinome entziehen sich der Darstellung. Deshalb ersetzt es die Verlaufskontrolle des PSA-Werts nicht.
Umgekehrt bedeutet ein auffälliges Areal nicht automatisch Krebs. Entzündungen, Narben nach einer früheren Biopsie und gutartige Knoten können ähnlich aussehen. Erst die Gewebeentnahme entscheidet, siehe Prostatabiopsie.
Und schließlich hängt die Qualität stark von zwei Faktoren ab, die Sie beeinflussen können: der Feldstärke des Geräts und der Erfahrung des befundenden Radiologen. Fragen Sie, ob nach den aktuellen Standards befundet wird und ob das Zentrum regelmäßig Prostata-MRT durchführt.
Bei bestehendem Krebsverdacht mit erhöhtem PSA-Wert übernehmen die gesetzlichen Kassen die Untersuchung inzwischen in vielen Konstellationen. Als reine Früherkennung ohne Verdacht ist sie keine Kassenleistung und wird als Selbstzahlerleistung angeboten.
Klären Sie die Kostenfrage vor dem Termin schriftlich, denn die Handhabung unterscheidet sich zwischen den Kassen und hat sich in den letzten Jahren mehrfach geändert.
Schmerzhaft nicht. Unangenehm ist für manche die Enge der Röhre und der Lärm. Wer unter Platzangst leidet, sollte das vorher sagen: Es gibt beruhigende Medikamente, weit geöffnete Geräte und die Möglichkeit, mit dem Personal in ständigem Kontakt zu bleiben. Eine rektale Spule ist an modernen Geräten meist nicht mehr nötig.
Dass die Bildgebung keine klare Antwort gibt. Entschieden wird dann anhand weiterer Faktoren, vor allem der PSA-Dichte, des Tastbefundes, des Alters und einer familiären Vorbelastung. Sowohl eine Biopsie als auch eine Kontrolle in einigen Monaten können richtig sein, und beides sollte besprochen werden.
Ja, und zwar die Bilddaten selbst, nicht nur den schriftlichen Befund. Für die Fusionsbiopsie werden die MRT-Bilder mit dem Live-Ultraschall überlagert. Lassen Sie sich eine CD geben oder klären Sie, ob das biopsierende Zentrum digitalen Zugriff hat.
Leitlinien
• Leitlinienprogramm Onkologie. S3-Leitlinie Prostatakarzinom. AWMF-Registernummer 043-022OL, Version 8.1, August 2025.
• European Association of Urology. EAU Guidelines on Prostate Cancer / BPH. Ausgabe 2024.
Reviews
• Turkbey, B. et al. Prostate Imaging Reporting and Data System Version 2.1 (PI-RADS v2.1). European Urology, 2019;76(3):340-351. PMID 30898406