Pollakisurie bedeutet häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen bei normaler Gesamtmenge über den Tag. Als auffällig gilt, wer tagsüber öfter als etwa achtmal zur Toilette muss. Der Begriff beschreibt nur das Symptom; die Ursache kann in Blase, Prostata, Nerven oder Gewohnheiten liegen.
Abgrenzung: Bei der Polyurie wird insgesamt zu viel Urin produziert, über 2,5 bis 3 Liter am Tag, etwa bei Diabetes, hoher Trinkmenge oder Entwässerungsmitteln; die Portionen sind dann groß. Bei der Pollakisurie bleibt die Tagesmenge normal, die Portionen sind klein. Ein Miktionsprotokoll über zwei bis drei Tage mit Uhrzeit und Menge unterscheidet beides zuverlässig und ist die wichtigste erste Untersuchung.
Ursachen: Harnwegsinfekt, überaktive Blase, gutartige Prostatavergrößerung mit Restharn, Blasensteine, interstitielle Zystitis, Blasentumor, Schwangerschaft, Senkung, neurologische Erkrankungen, Angst und Gewohnheit. Auch eine kleine Blasenkapazität nach Bestrahlung oder chronischer Entzündung führt zu häufigem Wasserlassen, weil die Blase nur noch wenig fasst.
Vorgehen: Urinuntersuchung, Ultraschall mit Restharn, bei Männern Prostatauntersuchung, bei Blut im Urin oder Risikofaktoren Blasenspiegelung. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei fehlendem Befund hilft Blasentraining, bei dem die Abstände zwischen den Toilettengängen bewusst verlängert werden, und der Verzicht auf vorsorgliches Wasserlassen, das die Blase an kleine Füllmengen gewöhnt.