Lexikon

Intermittierender Selbstkatheterismus (ISK)

ISK steht für intermittierenden Selbstkatheterismus: Der Patient entleert seine Blase mehrmals täglich selbst mit einem dünnen Einmalkatheter, der nach dem Entleeren wieder entfernt wird. Das Verfahren ist die schonendste Dauerlösung bei Blasen, die sich nicht ausreichend selbst entleeren können, und dem Dauerkatheter in fast jeder Hinsicht überlegen.

Für wen: Bei neurogener Blase nach Querschnittlähmung, Multipler Sklerose, Spina bifida oder Bandscheibenvorfall, bei unteraktivem Blasenmuskel durch Diabetes oder nach Operationen, nach Neoblase oder Pouch, die sich nicht vollständig entleeren, und vorübergehend nach Eingriffen oder Botulinumtoxin-Behandlung. Voraussetzung sind ausreichende Handfunktion und Sehkraft oder eine Person, die hilft.

Wie es geht: Hände waschen, Harnröhrenöffnung reinigen, hydrophil beschichteten oder gelgleitfähigen Katheter einführen, bis Urin fließt, vollständig entleeren, langsam zurückziehen, Katheter entsorgen. Der Vorgang dauert nach Einübung zwei bis fünf Minuten und ist weder schmerzhaft noch steril, sondern sauber. Die Häufigkeit richtet sich nach der Trinkmenge: meist vier- bis sechsmal täglich, sodass nie mehr als 400 bis 500 Milliliter in der Blase sind.

Vorteile und Probleme: Gegenüber dem Dauerkatheter deutlich weniger Infekte, keine Blasensteine, keine Harnröhrenschäden, kein Beutel, erhaltene Sexualität, Schutz der Nieren. Bakterien im Urin ohne Beschwerden sind normal und werden nicht behandelt; nur Fieber, Schmerzen oder trüber, übelriechender Urin mit Beschwerden sind ein Infekt. Einmalkatheter sind Kassenleistung. Die Anleitung erfolgt durch Urologen, Kontinenzberater oder Stomatherapeuten, meist reichen zwei Termine.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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