Rezidiv ist der Rückfall einer Erkrankung nach einer Phase der Besserung oder Heilung. In der Urologie ist der Begriff vor allem bei Tumoren gebräuchlich, etwa beim Blasenkrebs, der bei 30 bis 70 Prozent der Patienten wiederkehrt, und beim Prostatakrebs, wo ein steigender PSA-Wert nach der Behandlung als biochemisches Rezidiv bezeichnet wird. Auch Steine, Harnwegsinfekte und Harnröhrenengen können rezidivieren.
Beim Blasenkrebs: Oberflächliche Blasentumoren kehren so häufig wieder, weil die gesamte Schleimhaut den auslösenden Schadstoffen ausgesetzt war. Das Rezidivrisiko hängt von Zahl, Größe und Grad der Tumoren ab und wird mit Punktesystemen der europäischen Fachgesellschaft geschätzt. Deshalb folgen nach der Abtragung Spülbehandlungen und Blasenspiegelungen in festen Abständen über mindestens fünf Jahre, bei hohem Risiko lebenslang. Ein Rezidiv ist meist wieder oberflächlich und wird erneut abgetragen; gefährlich ist das Fortschreiten in den Muskel.
Beim Prostatakrebs: Nach Operation gilt ein PSA-Wert ab 0,2 ng/ml in zwei Messungen, nach Bestrahlung ein Anstieg um 2 ng/ml über den Tiefstwert als Rezidiv. Etwa jeder dritte operierte Mann erlebt das im Lauf der Jahre. Die PSMA-PET/CT zeigt, wo der Tumor sitzt, und die Verdopplungszeit, wie dringlich gehandelt werden muss. Behandelt wird mit Bestrahlung der Prostataloge, Hormontherapie oder zunächst Beobachtung.
Andere Rezidive: Nierensteine kehren ohne Vorbeugung bei etwa der Hälfte innerhalb von zehn Jahren wieder, mit Metaphylaxe deutlich seltener. Harnwegsinfekte gelten ab drei Episoden im Jahr als rezidivierend. Harnröhrenengen rezidivieren nach Schlitzung häufig, nach offener Rekonstruktion selten. Bei allen Formen gilt: Ein Rezidiv ist kein Versagen des Patienten, sondern Teil der Erkrankung, und die Nachsorge ist dazu da, es früh zu finden.