MRT-Fusionsbiopsie ist eine Prostatabiopsie, bei der die Bilder eines vorher angefertigten MRT mit dem Live-Ultraschall während der Probenentnahme überlagert werden. So lassen sich verdächtige Bereiche, die im Ultraschall allein nicht sichtbar sind, gezielt ansteuern. Sie ist heute der Standard bei Verdacht auf Prostatakrebs.
Warum sie besser ist: Bei der klassischen Biopsie werden zwölf Proben nach einem festen Schema verteilt entnommen, ohne zu wissen, wo der Tumor liegt. Kleine aggressive Tumoren, vor allem in der vorderen Prostata, wurden so übersehen, harmlose dagegen oft gefunden. Die Fusionsbiopsie findet nach den Daten der PRECISION-Studie mehr klinisch relevante Tumoren und weniger unbedeutende, mit weniger Nadeln.
Ablauf: Zuerst das Prostata-MRT, dessen Befund nach PI-RADS bewertet wird. Bei PI-RADS 3 bis 5 markiert der Radiologe die verdächtigen Bereiche in den Bildern. Bei der Biopsie erkennt die Software die Prostata im Ultraschall und legt die MRT-Markierungen darüber. Es werden zwei bis vier gezielte Proben je Herd und zusätzlich systematische Proben entnommen, weil das MRT nicht jeden Tumor zeigt. Ambulant, in örtlicher Betäubung oder Kurznarkose, meist über den Damm.
Varianten: Bei der kognitiven Fusion überträgt der Urologe den MRT-Befund gedanklich auf das Ultraschallbild, ohne Software. Bei der In-Bore-Biopsie wird direkt im MRT-Gerät punktiert, was genau, aber aufwendig ist. Die softwaregestützte Fusion ist der Mittelweg und am weitesten verbreitet. Die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen.