Lexikon

LUTS

LUTS steht für Lower Urinary Tract Symptoms, Beschwerden des unteren Harntrakts. Der Sammelbegriff umfasst alle Symptome beim Speichern und Entleeren von Urin, unabhängig von der Ursache. Er wurde eingeführt, weil diese Beschwerden lange vorschnell der Prostata zugeschrieben wurden, obwohl sie ebenso von Blase, Harnröhre, Nerven oder Lebensgewohnheiten kommen können.

Drei Gruppen: Speichersymptome betreffen die Füllungsphase: häufiges Wasserlassen, nächtliches Wasserlassen, Drang, Dranginkontinenz. Entleerungssymptome betreffen die Miktion: schwacher oder unterbrochener Strahl, Startverzögerung, Pressen, Nachträufeln. Nach der Miktion: Gefühl unvollständiger Entleerung und Nachtröpfeln. Die meisten Betroffenen haben Symptome aus mehreren Gruppen.

Ursachen: Beim Mann am häufigsten die gutartige Prostatavergrößerung, bei beiden Geschlechtern die überaktive Blase, Harnwegsinfekte, Blasensteine, Harnröhrenengen, neurologische Erkrankungen, Diabetes, Herzschwäche mit nächtlicher Wasserausscheidung, Medikamente und zu hohe Trinkmengen am Abend. Bei Frauen kommen Senkung und Östrogenmangel hinzu.

Abklärung: Fragebogen (IPSS), Miktionsprotokoll über zwei bis drei Tage, Urinuntersuchung, Ultraschall mit Restharnmessung, Harnstrahlmessung, beim Mann Tastuntersuchung und PSA. Die Blasendruckmessung folgt nur bei unklaren Befunden oder vor Operationen. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, nicht nach dem Symptom, weshalb derselbe schwache Strahl einmal Alpha-Blocker und einmal eine Harnröhrenschlitzung erfordert.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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