Karzinom ist ein bösartiger Tumor, der aus Deck- oder Drüsengewebe entsteht, also aus Epithelzellen. Karzinome machen etwa 90 Prozent aller Krebserkrankungen aus. In der Urologie sind das Prostatakarzinom, das Urothelkarzinom von Blase und Harnwegen, das Nierenzellkarzinom und das Peniskarzinom die wichtigsten; der Hodenkrebs ist dagegen meist ein Keimzelltumor und kein Karzinom.
Untergruppen: Adenokarzinome entstehen aus Drüsengewebe, dazu gehört der Prostatakrebs. Urothelkarzinome entstehen aus der Schleimhaut, die Nierenbecken, Harnleiter, Blase und Harnröhre auskleidet. Plattenepithelkarzinome entstehen aus Plattenepithel, etwa am Penis oder in der Blase nach jahrelanger Reizung. Das Nierenzellkarzinom entsteht aus den Zellen der Nierenkanälchen, der häufigste Typ ist klarzellig. Das Carcinoma in situ ist ein Karzinom, das die Grenzmembran noch nicht durchbrochen hat.
Begriffe im Befund: Das Grading beschreibt, wie stark die Zellen vom Normalgewebe abweichen: G1 gut, G2 mäßig, G3 schlecht differenziert, beim Prostatakrebs ersetzt durch den Gleason-Score, beim Blasenkrebs durch low grade und high grade. Das Staging nach TNM beschreibt Ausdehnung, Lymphknoten und Metastasen. Der R-Status sagt, ob der Tumor im Gesunden entfernt wurde (R0) oder Reste verblieben (R1, R2). Zusammen ergeben sie Prognose und Therapieplan.
Was der Begriff nicht sagt: Karzinom bedeutet nicht automatisch lebensbedrohlich. Ein Prostatakarzinom mit Gleason 6 wächst so langsam, dass es oft nur beobachtet wird; ein oberflächliches Blasenkarzinom wird durch die Harnröhre abgetragen. Andere Karzinome sind aggressiv. Entscheidend sind Typ, Grading und Stadium, nicht das Wort.