Biopsie ist die Entnahme einer Gewebeprobe zur feingeweblichen Untersuchung. In der Urologie ist damit meist die Prostatabiopsie gemeint, bei der mit einer dünnen Hohlnadel zehn bis zwölf oder mehr Gewebezylinder entnommen werden. Sie ist die einzige Methode, mit der Prostatakrebs sicher nachgewiesen oder ausgeschlossen werden kann.
Wann sie gemacht wird: Bei erhöhtem oder ansteigendem PSA-Wert, auffälligem Tastbefund oder verdächtigem MRT-Befund. Die Leitlinien empfehlen heute, vor der ersten Biopsie ein Prostata-MRT zu machen. Ist es unauffällig (PI-RADS 1 bis 2) und das Risiko niedrig, kann auf die Biopsie oft verzichtet werden; ist es auffällig, werden die verdächtigen Stellen gezielt mit der Fusionsbiopsie angesteuert.
Ablauf: Die Entnahme erfolgt über den Enddarm (transrektal) oder über den Damm (perineal), ambulant in örtlicher Betäubung oder kurzer Narkose, gesteuert durch Ultraschall. Der perineale Weg wird zunehmend bevorzugt, weil er ohne Darmkeime auskommt und praktisch keine Infektionen verursacht. Die Prozedur dauert 15 bis 30 Minuten, das Ergebnis liegt nach wenigen Tagen vor.
Risiken und Ergebnis: Blut im Urin, im Stuhl und im Sperma über einige Tage bis Wochen ist normal. Fieber nach transrektaler Biopsie ist ein Notfall, weil eine Blutvergiftung drohen kann. Der Pathologiebericht nennt die Zahl befallener Zylinder, den Gleason-Score und den Anteil des Tumors je Zylinder. Daraus ergeben sich Risikogruppe und Behandlungsempfehlung.