Spermiogramm ist die Laboruntersuchung des Ejakulats und die wichtigste Untersuchung beim Mann mit unerfülltem Kinderwunsch. Bewertet werden Menge, Spermienzahl, Beweglichkeit, Form und weitere Parameter nach den Referenzwerten der Weltgesundheitsorganisation, zuletzt aktualisiert 2021.
Referenzwerte: Volumen mindestens 1,4 ml. Konzentration mindestens 16 Millionen pro ml, Gesamtzahl mindestens 39 Millionen. Gesamtbeweglichkeit mindestens 42 Prozent, vorwärtsbewegliche Spermien mindestens 30 Prozent. Normal geformte Spermien mindestens 4 Prozent. Vitalität mindestens 54 Prozent. Diese Werte sind keine Grenze zwischen fruchtbar und unfruchtbar, sondern die untere Grenze dessen, was bei Männern gefunden wurde, deren Partnerin innerhalb eines Jahres schwanger wurde.
Abgabe: Nach zwei bis sieben Tagen Enthaltsamkeit, durch Masturbation in ein steriles Gefäß, möglichst in der Praxis oder innerhalb einer Stunde bei Körpertemperatur angeliefert. Fieber, Infekte, Saunabesuche und Medikamente in den vorausgehenden drei Monaten verfälschen das Ergebnis, weil die Spermienreifung etwa 74 Tage dauert. Ein einzelnes auffälliges Spermiogramm sagt wenig, die Werte schwanken stark; erst ein zweites nach mindestens sechs Wochen erlaubt eine Bewertung.
Wenn es auffällig ist: Häufigste Befunde sind zu wenige (Oligozoospermie), zu unbewegliche (Asthenozoospermie) oder zu viele fehlgeformte Spermien (Teratozoospermie), oft kombiniert. Dann folgen Hormonbestimmung, Ultraschall der Hoden und Suche nach behebbaren Ursachen wie Varikozele, Infekten, Übergewicht, Rauchen, Anabolika oder Hitze. Je nach Ergebnis kommen Lebensstiländerung, Operation der Varikozele, Hormontherapie oder Verfahren der künstlichen Befruchtung infrage.