Varikozele ist eine Krampfader am Hoden: eine Erweiterung des Venengeflechts im Samenstrang, zu 90 Prozent links, weil die linke Hodenvene steil in die Nierenvene mündet und der Blutabfluss dort schlechter ist. Etwa 15 Prozent aller Männer haben eine Varikozele, bei Männern mit Kinderwunschproblemen sind es 35 bis 40 Prozent.
Wie sie auffällt: Als weiches, wurmartiges Geflecht oberhalb des Hodens, das im Stehen und beim Pressen anschwillt und im Liegen verschwindet. Die meisten Varikozelen machen keine Beschwerden, manche ein Ziehen oder Schweregefühl nach langem Stehen. Eine plötzlich aufgetretene oder rechtsseitige Varikozele, die im Liegen nicht verschwindet, muss abgeklärt werden, weil ein Tumor im Bauchraum die Vene abdrücken kann. Der Ultraschall mit Farbdoppler bestätigt die Diagnose.
Warum sie die Fruchtbarkeit stört: Das gestaute Blut erwärmt den Hoden um ein bis zwei Grad und belastet ihn mit Stoffwechselprodukten. Folgen können verminderte Spermienzahl und -beweglichkeit und bei Jugendlichen ein im Wachstum zurückbleibender Hoden sein. Nicht jede Varikozele schadet: Viele Männer mit Varikozele sind uneingeschränkt fruchtbar.
Behandlung: Nur bei Beschwerden, bei auffälligem Spermiogramm mit Kinderwunsch oder bei Jugendlichen mit Hodenwachstumsverzögerung. Verfahren sind die mikrochirurgische Unterbindung der Venen über einen kleinen Leistenschnitt, die laparoskopische Unterbindung und die Verödung über einen Katheter durch die Radiologie. Das Spermiogramm bessert sich bei etwa zwei Dritteln der Operierten nach drei bis sechs Monaten, die Schwangerschaftsrate steigt messbar. Eine Varikozele ohne Beschwerden und mit normalem Spermiogramm wird nicht behandelt.