Nephrektomie ist die operative Entfernung einer Niere. Bei der radikalen Nephrektomie wegen Krebs wird die Niere samt Fettkapsel entfernt, bei der einfachen Nephrektomie nur das Organ, etwa bei einer funktionslosen, chronisch entzündeten oder steintragenden Niere. Die Nierenteilresektion, bei der nur der Tumor entfernt wird, ist heute bei kleineren Tumoren das bevorzugte Verfahren.
Wann die ganze Niere: Bei großen Nierentumoren über etwa sieben Zentimeter, bei zentral sitzenden Tumoren, die sich nicht organerhaltend entfernen lassen, bei Einwachsen in die Nierenvene, bei Tumoren des Nierenbeckens zusammen mit dem Harnleiter und bei Nieren ohne nennenswerte Restfunktion. Bei kleinen Tumoren ist die Teilresektion gleich sicher und schützt vor späterer Nierenschwäche; in Deutschland werden inzwischen mehr Teilresektionen als komplette Entfernungen durchgeführt, 2025 etwa 12.300 gegenüber 11.400.
Ablauf: Meist laparoskopisch oder roboterassistiert über drei bis vier kleine Schnitte, die Niere wird in einem Bergebeutel über einen erweiterten Schnitt entfernt. Offen über einen Flankenschnitt bei sehr großen Tumoren oder Gefäßbeteiligung. Dauer zwei bis vier Stunden, Aufenthalt vier bis sieben Tage. Risiken sind Blutung, Verletzung von Milz, Darm oder Bauchspeicheldrüse, Lungenentzündung und Thrombose.
Leben mit einer Niere: Eine gesunde Niere übernimmt innerhalb von Wochen etwa 70 bis 80 Prozent der früheren Gesamtleistung und reicht für ein normales Leben. Wichtig sind jährliche Kontrollen von Kreatinin, Blutdruck und Eiweiß im Urin, Verzicht auf nierenschädigende Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac in Dauereinnahme, gute Blutdruck- und Blutzuckereinstellung und Vorsicht bei Kontaktsportarten. Eine Diät ist nicht nötig.