Lexikon

JJ-Katheter

JJ-Katheter ist ein anderer Name für den Doppel-J-Katheter oder DJ-Stent, die Harnleiterschiene. Der dünne Kunststoffschlauch verläuft vom Nierenbecken durch den Harnleiter bis in die Blase und hält den Harnabfluss offen. Die beiden J-förmig gebogenen Enden verhindern, dass er verrutscht.

Wann er gelegt wird: Bei Harnstau durch Steine, Tumoren oder Engstellen, nach Harnleiterspiegelungen zum Schutz des Harnleiters, bei Harnleiterverletzungen, vor Stoßwellentherapie großer Steine und als Notfallmaßnahme bei infiziertem Harnstau, wo er lebensrettend sein kann. Mit rund 116.000 Einlagen im Jahr ist die Schiene einer der häufigsten urologischen Eingriffe in Deutschland.

Beschwerden: Das untere Ende reizt den Blasenboden. Typisch sind Harndrang, häufiges Wasserlassen, Brennen, Blut im Urin und ein Ziehen in der Flanke beim Wasserlassen, weil Urin kurz zurück in die Niere fließt. Etwa 80 Prozent der Träger haben zumindest leichte Beschwerden, bei etwa einem Drittel sind sie erheblich. Alpha-Blocker und Blasenmedikamente lindern, Trinken verdünnt den Urin.

Wechsel und Entfernung: Je nach Material bleibt die Schiene drei bis zwölf Monate liegen, dann muss sie gewechselt oder entfernt werden, sonst verkrustet sie und kann steinhart mit der Niere verwachsen. Die Entfernung erfolgt in wenigen Minuten durch Blasenspiegelung in örtlicher Betäubung, bei Schienen mit Faden kann der Patient sie selbst ziehen. Der Termin gehört in den Kalender, vergessene Schienen sind ein ernstes Problem.

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Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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