Hydronephrose bezeichnet die Erweiterung von Nierenbecken und Nierenkelchen durch gestauten Urin. Sie ist keine eigene Krankheit, sondern das Zeichen, dass der Abfluss aus der Niere behindert ist oder war. Im Ultraschall ist sie leicht zu erkennen und wird in vier Grade eingeteilt, von leicht erweitert bis zu einer ausgedünnten Niere mit kaum noch Gewebe.
Ursachen: Bei Erwachsenen am häufigsten ein Harnleiterstein, außerdem Engstellen am Nierenbeckenabgang oder an der Harnleitermündung, Tumoren in oder neben dem Harnleiter, eine vergrößerte Prostata mit Rückstau in beide Nieren, Schwangerschaft, Narben nach Bestrahlung oder Operationen und eine retroperitoneale Fibrose. Bei Kindern sind angeborene Engstellen und der Rückfluss aus der Blase die Hauptursachen, oft schon vor der Geburt im Ultraschall sichtbar.
Warum sie gefährlich sein kann: Anhaltender Druck im Nierenbecken schädigt das Nierengewebe, nach Wochen bis Monaten dauerhaft. Gestauter Urin infiziert sich leicht; ein infizierter Harnstau mit Fieber ist ein Notfall, weil innerhalb von Stunden eine Urosepsis entstehen kann. Ist die zweite Niere gesund, bleibt die Gesamtfunktion lange normal, weshalb ein einseitiger Stau oft lange unbemerkt bleibt.
Vorgehen: Der Ultraschall zeigt den Stau, das CT meist die Ursache, die Nierenszintigraphie unterscheidet einen echten Abflussstopp von einer bloßen Weitstellung ohne Funktionsverlust. Bei Schmerzen, Fieber oder Funktionsverlust wird die Niere entlastet, entweder mit einer Harnleiterschiene von unten oder einer Nierenfistel durch die Flanke. Danach wird die Ursache behandelt. Eine leichte Hydronephrose ohne Beschwerden und ohne Funktionsverlust wird nur kontrolliert.