Uroflowmetrie ist die Harnstrahlmessung. Der Patient uriniert in einen Trichter mit Messgerät, das aufzeichnet, wie viel Urin pro Sekunde fließt. Das Ergebnis ist eine Kurve, aus der sich maximale Flussrate, Miktionsvolumen und Dauer ablesen lassen. Die Untersuchung ist schmerzlos, dauert wenige Minuten und gehört zur Grundabklärung jeder Blasenentleerungsstörung.
Werte: Die wichtigste Zahl ist die maximale Flussrate Qmax. Über 15 ml pro Sekunde gilt als normal, 10 bis 15 als grenzwertig, unter 10 als deutlich vermindert. Voraussetzung ist ein Miktionsvolumen von mindestens 150 ml, sonst ist die Messung nicht verwertbar. Bei Männern sinkt Qmax mit dem Alter auch ohne Erkrankung um etwa 2 ml pro Sekunde je Lebensjahrzehnt.
Was die Kurve verrät: Eine glockenförmige Kurve mit raschem Anstieg ist normal. Ein flaches, langgezogenes Plateau spricht für ein Abflusshindernis wie eine Prostatavergrößerung oder eine Harnröhrenenge. Eine unterbrochene, zackige Kurve deutet auf Pressen mit dem Bauch oder eine schwache Blase hin. Die Uroflowmetrie kann allerdings nicht unterscheiden, ob ein schwacher Strahl von einem Hindernis oder von einem schwachen Blasenmuskel kommt; dafür ist die Blasendruckmessung nötig.
Praktisches: Mit normal gefüllter Blase kommen, also nicht vorher zur Toilette gehen, aber auch nicht übervoll, weil eine überdehnte Blase schwächer arbeitet. In Ruhe urinieren, nicht pressen. Direkt im Anschluss wird per Ultraschall der Restharn gemessen. Zusammen mit IPSS und Restharn ergibt die Uroflowmetrie das Bild, nach dem über Medikamente oder Operation entschieden wird.