Suprapubischer Katheter ist ein Blasenkatheter, der nicht durch die Harnröhre, sondern oberhalb des Schambeins durch die Bauchdecke direkt in die Blase eingelegt wird. Das lateinische supra pubem bedeutet oberhalb des Schambeins.
Vorteile: Die Harnröhre bleibt frei und wird nicht gereizt oder geschädigt, das Infektionsrisiko ist etwas geringer, Sexualität bleibt möglich, und der Katheter lässt sich zum Blasentraining einfach abklemmen. Wer länger als wenige Wochen einen Katheter braucht, ist mit der suprapubischen Variante meist besser versorgt.
Anlage und Wechsel: Die Anlage erfolgt in örtlicher Betäubung unter Ultraschallkontrolle bei gefüllter Blase. Voraussetzung ist, dass sich die Blase ausreichend füllen lässt und keine Darmschlingen im Weg liegen. Der Kanal ist nach etwa zwei Wochen stabil, danach wird der Katheter alle vier bis sechs Wochen gewechselt, was auch in der Praxis oder zu Hause möglich ist.
Grenzen: Nicht möglich ist er bei Blasentumoren, Gerinnungsstörungen, nach Unterbauchoperationen mit Verwachsungen oder bei stark geschrumpfter Blase. Nach dem Entfernen verschließt sich der Kanal innerhalb weniger Tage von selbst.