Onkozytom ist ein gutartiger Nierentumor, der etwa fünf bis sieben Prozent aller Nierentumoren ausmacht. Er besteht aus großen, eosinophilen Zellen und kann mehrere Zentimeter groß werden, streut aber nicht. Sein Problem: In der Bildgebung ist er vom bösartigen Nierenzellkarzinom, besonders vom chromophoben Typ, kaum zu unterscheiden.
Erkennung: Im CT oder MRT erscheint das Onkozytom als gleichmäßig Kontrastmittel aufnehmende Raumforderung, manchmal mit einer zentralen sternförmigen Narbe, die aber auch bei Nierenkrebs vorkommt. Eine sichere Unterscheidung per Bildgebung gibt es nicht. Deshalb werden viele Onkozytome operiert und erst am entfernten Gewebe als gutartig erkannt; bei kleinen Nierentumoren unter vier Zentimetern ist etwa jeder fünfte entfernte Tumor gutartig, überwiegend Onkozytome.
Biopsie: Die Nierenbiopsie mit einer Nadel unter CT- oder Ultraschallsteuerung kann das Onkozytom in vielen Fällen erkennen und eine unnötige Operation ersparen. Sie ist sicher, Blutungen sind selten, eine Verschleppung von Tumorzellen praktisch nicht beschrieben. Die Leitlinien empfehlen sie vor allem bei kleinen Tumoren, bei denen eine Überwachung oder eine Verödung erwogen wird, und bei Patienten mit erhöhtem Operationsrisiko. Manche Befunde bleiben auch nach Biopsie unklar, weil Onkozytom und chromophobes Karzinom sich auch unter dem Mikroskop ähneln.
Vorgehen: Ist ein Onkozytom durch Biopsie gesichert, kann es beobachtet werden, mit Ultraschall- oder CT-Kontrollen jährlich; es wächst langsam und macht selten Beschwerden. Bei Größenzunahme, Unsicherheit oder Wunsch des Patienten wird es nierenerhaltend entfernt. Onkozytome treten manchmal mehrfach und in beiden Nieren auf, bei einer seltenen Erbkrankheit (Birt-Hogg-Dubé-Syndrom) zusammen mit Hautveränderungen und Lungenzysten.