Lexikon

Miktionszysturethrographie

Miktionszysturethrographie, kurz MCU, ist eine Röntgenuntersuchung, bei der die Blase über einen dünnen Katheter mit Kontrastmittel gefüllt wird und Aufnahmen während der Füllung und während des Wasserlassens angefertigt werden. Sie zeigt, ob Urin aus der Blase in die Harnleiter zurückfließt, und stellt die Harnröhre während der Entleerung dar.

Wann sie gemacht wird: Vor allem bei Kindern: nach fieberhaften Harnwegsinfekten, bei im Ultraschall erweiterten Nieren oder Harnleitern und bei Verdacht auf Harnröhrenklappen beim Jungen. Sie ist die Standarduntersuchung zum Nachweis des vesikoureteralen Refluxes, der in fünf Grade eingeteilt wird. Bei Erwachsenen dient sie der Darstellung von Harnröhrenengen, Blasendivertikeln, Fisteln und der Blasenfunktion bei neurologischen Erkrankungen.

Ablauf: Die Untersuchung dauert 20 bis 30 Minuten. Der Katheter wird über die Harnröhre gelegt, bei Kindern oft mit betäubendem Gel und ohne Narkose, die Blase langsam gefüllt, bis Harndrang besteht, dann werden Aufnahmen beim Wasserlassen gemacht, bei Jungen seitlich, um die Harnröhre zu sehen. Ein Harnwegsinfekt muss vorher ausgeheilt sein, oft wird ein Antibiotikum zum Schutz gegeben. Die Strahlendosis ist gering, bei Kindern wird gepulst durchleuchtet.

Alternativen: Die Kontrastmittel-Sonographie mit Ultraschallkontrastmittel in der Blase zeigt den Reflux ohne Strahlung und wird bei Mädchen und für Verlaufskontrollen zunehmend bevorzugt; die Harnröhre des Jungen stellt sie schlechter dar. Die nuklearmedizinische Variante mit einer radioaktiven Lösung ist empfindlich, aber wenig anatomisch. Die MCU bleibt dort nötig, wo die genaue Anatomie zählt: vor Operationen und bei Verdacht auf Harnröhrenklappen.

📖 Weiterführende Artikel

📖 Teil des UroWissen-Lexikons mit 134 Fachbegriffen. Alle Begriffe →
Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
Zum Schließen tippen · seitlich wischen für Details