Leukozyturie bedeutet, dass sich vermehrt weiße Blutkörperchen im Urin finden, meist als Zeichen einer Entzündung der Harnwege. Auf dem Teststreifen zeigt sie sich als positives Leukozytenfeld, im Mikroskop ab etwa zehn Leukozyten pro Mikroliter oder fünf pro Gesichtsfeld.
Ursachen: Am häufigsten ein Harnwegsinfekt der Blase oder der Niere. Daneben Harnröhrenentzündung durch Chlamydien oder Gonokokken, Prostatitis, Steine, Fremdkörper wie Katheter oder Schienen, Tumoren der Blase, Tuberkulose der Harnwege, interstitielle Zystitis und Entzündungen der Nachbarorgane wie Blinddarm oder Scheide, deren Zellen die Probe verunreinigen. Auch nach Instillationen oder Bestrahlung ist die Leukozyturie lange positiv.
Sterile Leukozyturie: Finden sich Leukozyten, wächst in der Kultur aber kein Keim, spricht man von steriler Leukozyturie. Häufigste Erklärung ist eine begonnene Antibiotikatherapie, die die Bakterien schon abgetötet hat. Weitere: Chlamydien und andere Erreger, die in der Standardkultur nicht wachsen, Steine, Tumoren, Tuberkulose und Verunreinigung. Eine wiederholt sterile Leukozyturie sollte mit Blasenspiegelung und Bildgebung abgeklärt werden.
Einordnung: Leukozyten allein sind kein Grund für Antibiotika. Entscheidend sind Beschwerden und Erregernachweis. Ältere Menschen und Katheterträger haben fast immer Leukozyten und Bakterien im Urin, ohne krank zu sein; diese asymptomatische Bakteriurie wird außer in der Schwangerschaft und vor Eingriffen an den Harnwegen nicht behandelt. Die saubere Gewinnung als Mittelstrahlurin ist Voraussetzung für jede Bewertung.