IMDC-Score ist das Risikomodell für den metastasierten Nierenkrebs, benannt nach dem International Metastatic Renal Cell Carcinoma Database Consortium. Aus sechs einfachen Kriterien wird errechnet, zu welcher von drei Prognosegruppen ein Patient gehört. Das Ergebnis bestimmt, welche Medikamente zuerst eingesetzt werden.
Die sechs Kriterien: Karnofsky-Index unter 80 Prozent, also deutlich eingeschränkter Allgemeinzustand. Weniger als ein Jahr zwischen Diagnose und Beginn der medikamentösen Therapie. Blutarmut mit Hämoglobin unter dem Normwert. Erhöhtes Kalzium im Blut. Erhöhte neutrophile weiße Blutkörperchen. Erhöhte Blutplättchen. Jedes erfüllte Kriterium zählt einen Punkt.
Die Gruppen: Null Punkte: günstige Prognose, mittleres Überleben unter moderner Therapie über vier Jahre. Ein bis zwei Punkte: intermediäre Prognose. Drei bis sechs Punkte: ungünstige Prognose, mittleres Überleben etwa ein Jahr. Die Mehrheit der Patienten fällt in die mittlere Gruppe. Die Einteilung wurde an über 600 Patienten entwickelt und mehrfach bestätigt; sie gilt für das klarzellige Nierenzellkarzinom am besten.
Bedeutung für die Therapie: Bei günstiger Prognose kann zunächst beobachtet oder eine Kombination aus Immuntherapie und zielgerichtetem Medikament gewählt werden. Bei intermediärer und ungünstiger Prognose ist die Kombination aus zwei Immuntherapeutika (Ipilimumab und Nivolumab) oder aus Immuntherapie und Tyrosinkinasehemmer Standard, weil sie in diesen Gruppen das Überleben am deutlichsten verlängert. Auch die Frage, ob die Niere trotz Metastasen noch entfernt werden sollte, hängt vom Score ab: Bei ungünstiger Prognose wird meist darauf verzichtet.