Typisch ist ein Tropfen am Morgen, dazu Brennen beim Wasserlassen. Manchmal ist der Ausfluss klar, manchmal gelblich.
Ein Abstrich oder eine Urinprobe klärt den Erreger. Erst danach wird gezielt behandelt, und die Partnerin oder der Partner muss mitbehandelt werden.
Bis die Behandlung abgeschlossen ist, sollte auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden. Sonst geht es hin und her.
Ausfluss aus der Harnröhre ist beim Mann ein eindeutiges Zeichen: Die Harnröhre ist entzündet, und fast immer steckt ein Erreger dahinter, der beim Sex übertragen wurde. Das ist unangenehm, aber nicht gefährlich, wenn es behandelt wird. Unbehandelt drohen Nebenhodenentzündung, Unfruchtbarkeit und die Weitergabe an Partnerinnen, bei denen dieselben Erreger zu Eileiterentzündungen führen. Dieser Artikel erklärt die Ursachen, den richtigen Test und die Behandlung.
Der Ausfluss kann klar und schleimig, milchig oder gelbgrün eitrig sein, morgens vor dem ersten Wasserlassen am stärksten, manchmal nur als verklebte Harnröhrenöffnung oder Fleck in der Unterwäsche sichtbar. Dazu kommen Brennen beim Wasserlassen, Juckreiz in der Harnröhre und Rötung der Öffnung. Viele Infektionen, vor allem mit Chlamydien, verlaufen aber völlig ohne Beschwerden; der Mann erfährt davon, wenn seine Partnerin positiv getestet wird.
| Erreger | Ausfluss | Beschwerden | Inkubation |
|---|---|---|---|
| Chlamydia trachomatis | klar bis milchig, wenig | oft keine, leichtes Brennen | 1 bis 3 Wochen |
| Gonokokken (Tripper) | eitrig, gelbgrün, reichlich | starkes Brennen, akut | 2 bis 7 Tage |
| Mycoplasma genitalium | klar, gering | Brennen, Jucken, wiederkehrend | 1 bis 4 Wochen |
| Trichomonaden | schaumig, gering | meist keine beim Mann | 5 bis 28 Tage |
| Herpes, Adenoviren | klar | Schmerzen, Bläschen | Tage |
Nicht jeder Ausfluss ist eine Infektion: Die Prostata gibt bei sexueller Erregung ein klares Sekret ab, das normal ist. Und Prostatitis, Harnröhrenengen oder Reizungen durch Katheter können ebenfalls Sekret produzieren. Eitriger oder anhaltender Ausfluss ist aber bis zum Beweis des Gegenteils eine Urethritis.
Der Nachweis gelingt heute aus dem ersten Strahl des Morgenurins oder nach mindestens zwei Stunden ohne Wasserlassen, also genau dem Urin, der sonst verworfen wird: Die PCR findet Chlamydien, Gonokokken, Mykoplasmen und Trichomonaden in einer Probe. Ein Abstrich aus der Harnröhre ist nur noch selten nötig. Dazu gehört das Angebot eines HIV- und Syphilistests, weil die Erreger oft gemeinsam übertragen werden. Das Ergebnis liegt nach ein bis drei Tagen vor. Der Test ist Kassenleistung; anonyme Tests bieten Gesundheitsämter und Aidshilfen.
Chlamydien: Doxycyclin über sieben Tage. Gonorrhö: Ceftriaxon als Spritze, wegen zunehmender Resistenzen nur noch in Kombination oder nach Antibiogramm. Mycoplasma genitalium: Doxycyclin gefolgt von einem Makrolid oder Moxifloxacin, weil Resistenzen häufig sind. Bei starken Beschwerden wird nach der Probenentnahme sofort behandelt und bei Bedarf umgestellt. Während der Behandlung und sieben Tage danach kein Sex, auch nicht mit Kondom. Ein Kontrolltest ist bei Gonorrhö und Mykoplasmen nach drei bis vier Wochen sinnvoll, bei Chlamydien bei anhaltenden Beschwerden.
Beim Mann steigen die Erreger über den Samenleiter zum Nebenhoden auf: Die Epididymitis mit schmerzhaft geschwollenem Hoden und Fieber ist die häufigste Komplikation und kann die Fruchtbarkeit dauerhaft beeinträchtigen. Seltener sind Prostatitis, Harnröhrenengen durch Narben nach Gonorrhö und bei Chlamydien eine reaktive Arthritis mit Gelenkschmerzen und Augenentzündung. Bei Partnerinnen verursachen dieselben Erreger Eileiterentzündungen, chronische Unterbauchschmerzen, Eileiterschwangerschaften und Unfruchtbarkeit, oft ohne dass die Infektion bemerkt wurde. Die Behandlung des Mannes schützt also zwei Menschen.
Kondome schützen zuverlässig vor Chlamydien und Gonorrhö, bei Oralsex ebenfalls, denn Gonokokken besiedeln auch den Rachen. Wer wechselnde Partner hat, sollte sich alle drei bis zwölf Monate testen lassen, auch ohne Beschwerden, weil die Hälfte der Infektionen stumm verläuft. Nach einem Partnerwechsel ein gemeinsamer Test vor dem Verzicht auf Kondome ist heute üblich. Gegen HPV und Hepatitis B gibt es Impfungen; gegen Chlamydien und Gonorrhö nicht, Resistenzen bei Gonokokken nehmen weltweit zu, was die frühe Behandlung umso wichtiger macht.
Diese Fragen helfen, das Gespräch zu strukturieren. Über die Druckfunktion können Sie die Liste mitnehmen.
Nein. Bakterielle Urethritis braucht ein Antibiotikum. Abwarten oder Cranberry verlängern die Infektion und die Ansteckungszeit.
Ja, und in der Regel wird sofort mitbehandelt. Etwa die Hälfte der Männer mit Chlamydien hat keine Beschwerden.
Er läuft über die Krankenkasse, das Ergebnis bleibt unter ärztlicher Schweigepflicht. Wer das vermeiden möchte, kann anonym und kostenlos beim Gesundheitsamt testen.
Leitlinien
• S2k-Leitlinie Sexuell übertragbare Infektionen: Beratung, Diagnostik und Therapie. DSTIG, AWMF-Register-Nr. 059-006, 2018.
• Horner PJ et al. 2016 European guideline on the management of non-gonococcal urethritis. International Journal of STD and AIDS 2016;27(11):928-937. PMID 27147267
• S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Gonorrhoe. DSTIG, AWMF-Register-Nr. 059-004, 2019.
Reviews
• Robert Koch-Institut. Chlamydia trachomatis-Infektionen, RKI-Ratgeber, aktuelle Fassung.