Lexikon

UroLift

UroLift ist ein Verfahren bei gutartiger Prostatavergrößerung, bei dem kleine Implantate die Seitenlappen der Prostata zur Seite raffen und dort verankern. Der Kanal der Harnröhre wird dadurch frei, ohne dass Gewebe abgetragen oder verkocht wird.

Ablauf: Über die Harnröhre werden je nach Prostatagröße meist vier bis sechs Implantate gesetzt. Der Eingriff dauert unter einer halben Stunde und läuft häufig ambulant. Ein Dauerkatheter ist oft nicht nötig oder nur für kurze Zeit.

Der eigentliche Vorteil: Weil kein Gewebe entfernt wird, bleibt die Ejakulation in aller Regel erhalten. Nach der klassischen Ausschälung über die Harnröhre kommt es dagegen bei den meisten Männern zum trockenen Orgasmus, weil das Ejakulat rückwärts in die Blase läuft. Für Männer, denen das wichtig ist, ist das der entscheidende Unterschied.

Die Grenzen: Die Beschwerden bessern sich weniger stark als nach einer Ausschälung. Bei sehr großer Prostata, bei einem ausgeprägten Mittellappen oder bei bereits geschädigter Blasenmuskulatur ist das Verfahren nicht geeignet. Ein Teil der Behandelten braucht nach einigen Jahren doch einen weiteren Eingriff.

Für wen es passt: Am ehesten für Männer mit mäßig vergrößerter Prostata, gutem Harnstrahl unter Medikamenten und dem klaren Wunsch, die Ejakulation zu behalten. Die Entscheidung gehört in ein Gespräch, in dem beide Ziele offen benannt werden, die Beschwerdefreiheit und die Sexualfunktion.

Verwandte Begriffe
Rezum TUR-P HoLEP IPSS
Quellen: Leitlinien der European Association of Urology und der Deutschen Gesellschaft für Urologie. Redaktion UroWissen, fachliche Begleitung durch das Medical Board.
Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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