Lexikon

Anamnese

Anamnese ist das ärztliche Gespräch über die Vorgeschichte: seit wann die Beschwerden bestehen, wie sie sich äußern, welche Erkrankungen früher da waren, welche Medikamente eingenommen werden und was in der Familie gehäuft vorkommt. Sie steht am Anfang jeder Abklärung.

Warum sie so viel leistet: Ein großer Teil aller Diagnosen ergibt sich aus dem Gespräch, noch bevor ein Gerät zum Einsatz kommt. In der Urologie entscheidet die Anamnese oft darüber, ob überhaupt untersucht werden muss und was gezielt zu suchen ist. Blut im Urin mit Schmerzen weist in eine andere Richtung als Blut ohne Schmerzen.

Was besonders zählt: Zeitlicher Verlauf, Auslöser, Begleitbeschwerden wie Fieber oder Gewichtsverlust, sämtliche Medikamente einschließlich frei verkäuflicher und pflanzlicher Mittel, frühere Operationen, Nikotin sowie berufliche Belastungen. Rauchen und der Umgang mit bestimmten Farbstoffen sind die wichtigsten bekannten Risiken für Blasenkrebs.

Wie man sich vorbereitet: Eine Liste aller Medikamente mit Dosis mitbringen. Beschwerden vorher aufschreiben, weil im Gespräch vieles entfällt. Bei Beschwerden beim Wasserlassen hilft ein Miktionsprotokoll über zwei bis drei Tage mehr als jede Beschreibung aus dem Gedächtnis.

Nichts weglassen: Sexuelle Beschwerden, Urinverlust und wechselnde Partner werden oft verschwiegen, obwohl gerade sie die Richtung vorgeben. Was nicht gesagt wird, kann nicht berücksichtigt werden. Ärztliches Personal unterliegt der Schweigepflicht.

Quellen: Leitlinien der European Association of Urology und der Deutschen Gesellschaft für Urologie. Redaktion UroWissen, fachliche Begleitung durch das Medical Board.
Quelle: UroWissen.de, unabhängige urologische Patienteninformation. Dieser Ausdruck ersetzt keine ärztliche Beratung.
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