Entfernt wird der Tumor über die Harnröhre. Anschließend entscheidet die Gewebeuntersuchung, wie hoch das Rückfallrisiko ist.
Diese Form kommt häufig wieder, bei etwa der Hälfte innerhalb von fünf Jahren. Deshalb die regelmäßigen Blasenspiegelungen, anfangs alle drei Monate.
Je nach Risiko folgen Spülungen der Blase mit einem Medikament, entweder einmalig direkt nach dem Eingriff oder als Serie über Monate.
Blut im Urin sollte auch nach einer Behandlung ärztlich abgeklärt werden. Diese Form kommt häufig wieder, deshalb sind die Nachsorgetermine wichtig.
Etwa drei Viertel aller Blasentumoren sind bei der Erstdiagnose auf die Schleimhaut und die darunter liegende Bindegewebsschicht begrenzt und haben die Muskelschicht nicht erreicht. Man nennt sie nicht muskelinvasiv, früher oberflächlich.
Das ist die entscheidend bessere Ausgangslage: Die Blase kann erhalten werden, und die Prognose ist gut. Der Preis dafür ist eine engmaschige, jahrelange Nachsorge, denn diese Tumoren kehren häufig zurück.

Zwei Angaben bestimmen alles Weitere. Das Stadium beschreibt die Tiefe: Ta bleibt auf die Schleimhaut beschränkt, T1 reicht in das darunter liegende Bindegewebe. Der Grad beschreibt die Bösartigkeit der Zellen, von low grade bis high grade.
Eine Sonderstellung nimmt das Carcinoma in situ ein. Es wächst flach in der Schleimhaut, ist immer high grade und sieht bei der Spiegelung oft nur wie eine gerötete Stelle aus. Es ist der aggressivste der nicht muskelinvasiven Befunde und wird entsprechend behandelt.
Der Tumor wird über die Harnröhre abgetragen, siehe TUR-B. Wichtig ist, dass dabei auch Muskelgewebe mitgewonnen wird, denn nur so lässt sich sicher sagen, dass die Muskelschicht frei ist.

Bei T1-Tumoren, bei high grade und wenn im ersten Präparat kein Muskel enthalten war, wird nach etwa zwei bis sechs Wochen eine Nachresektion durchgeführt. Das klingt nach einem Fehler beim ersten Mal, ist aber Standard: In einem erheblichen Teil der Fälle findet sich dabei noch Tumorgewebe, und bei einem kleineren Teil ändert sich sogar das Stadium und damit die gesamte Behandlung.
Sie richtet sich nach der Risikogruppe, die aus Stadium, Grad, Größe, Anzahl und Vorgeschichte gebildet wird.
Niedriges Risiko: die einmalige Frühinstillation, danach keine weitere Therapie, nur Nachsorge.
Mittleres Risiko: eine Instillationsserie mit einem Chemotherapeutikum über mehrere Wochen, siehe Mitomycin, oder alternativ BCG.
Hohes Risiko: eine Serie mit BCG, einem abgeschwächten Bakterium, das eine Immunreaktion in der Blasenwand auslöst. Sie beginnt mit sechs wöchentlichen Gaben und wird über ein bis drei Jahre als Erhaltungstherapie fortgesetzt. BCG ist bei hohem Risiko der Chemotherapie deutlich überlegen.
Spricht ein Hochrisikotumor auf BCG nicht an, wird die Entfernung der Blase erwogen, siehe radikale Zystektomie. Alternativ stehen neuere Verfahren zur Verfügung, darunter Immuntherapien und Instillationen mit veränderten Wirkstoffträgern.
Sie ist der Kern der Behandlung und besteht aus wiederholten Blasenspiegelungen, bei hohem Risiko zu Beginn alle drei Monate, später in größeren Abständen, über mindestens fünf Jahre und bei hohem Risiko lebenslang.
Ergänzt wird sie bei hohem Risiko durch die Urinzytologie, die abgeschwemmte Tumorzellen erkennt und besonders beim Carcinoma in situ empfindlich ist, sowie in bestimmten Abständen durch eine Bildgebung des oberen Harntrakts.
Das ist anstrengend, und viele Betroffene lassen die Termine mit den Jahren schleifen. Genau davor sei gewarnt: Ein Rückfall ist gut behandelbar, solange er früh gefunden wird.
Rauchen aufgeben ist die mit Abstand wichtigste Maßnahme. Es ist nicht nur die Hauptursache, sondern erhöht auch nach der Diagnose das Rückfallrisiko und die Wahrscheinlichkeit eines Fortschreitens. Der Nutzen des Aufhörens ist in diesem Stadium besonders groß.
Reichlich trinken verdünnt die Schadstoffkonzentration im Urin. Ein Zusammenhang mit einzelnen Nahrungsbestandteilen ist nicht belastbar belegt.
Weil diese Tumoren häufig zurückkehren und ein Rückfall im Ultraschall nicht zuverlässig erkennbar ist. Die Spiegelung ist die einzige Untersuchung, die die Schleimhaut direkt beurteilt. Sie erfolgt heute meist ambulant mit flexiblem Instrument und ist gut auszuhalten.
Zu unterscheiden ist das Wiederauftreten in gleicher Form vom Fortschreiten in ein höheres Stadium. Ersteres ist häufig und in aller Regel gut zu behandeln. Letzteres ist seltener, aber der Grund für die engmaschige Nachsorge, weil es früh erkannt werden muss.
Häufig sind Brennen, häufiger Drang und grippeähnliche Beschwerden für ein bis zwei Tage nach der Gabe. Sie gehören zur erwünschten Immunreaktion. Hohes Fieber über 38,5 Grad, das länger anhält, oder starke Beschwerden sind dagegen ein Grund, sich sofort zu melden.
Weiterlesen: Lebenserwartung und Prognose bei Blasenkrebs
Leitlinien
• European Association of Urology. EAU Guidelines on Non-muscle-invasive Bladder Cancer (TaT1 and CIS). Ausgabe 2025.
• European Association of Urology. EAU Guidelines on Muscle-invasive and Metastatic Bladder Cancer. Ausgabe 2025.
• Leitlinienprogramm Onkologie. S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge des Harnblasenkarzinoms. AWMF-Registernummer 032-038OL, 2024.