Begünstigt wird sie durch Feuchtigkeit, eine enge Vorhaut, Antibiotika und vor allem durch einen erhöhten Blutzucker. Bei wiederholten Pilzinfektionen sollte der Blutzucker geprüft werden.
Behandelt wird mit einer Antipilzcreme über ein bis zwei Wochen. Wichtig ist, sie auch nach dem Abklingen einige Tage weiter aufzutragen.
Die Partnerin oder der Partner wird nur bei Beschwerden mitbehandelt. Ohne Beschwerden ist das nicht nötig.
Der Hefepilz Candida albicans lebt bei vielen Menschen unauffällig auf Haut und Schleimhäuten. Unter der Vorhaut findet er Wärme und Feuchtigkeit, und wenn Abwehr oder Hautbarriere nachlassen, vermehrt er sich: Die Eichel wird rot, juckt, brennt, ein weißer Belag bildet sich. Die Candida-Balanitis ist die häufigste Form der Eichelentzündung und gut behandelbar, wenn man die Ursache mitbehandelt.
Typisch sind Rötung und kleine rote Flecken auf der Eichel und der Innenseite der Vorhaut, Juckreiz und Brennen, ein weißlicher, krümeliger oder schmieriger Belag, Schwellung der Vorhaut, manchmal Einrisse und Schmerzen beim Sex. Die Beschwerden beginnen oft ein bis zwei Tage nach dem Geschlechtsverkehr oder nach einer Antibiotikatherapie. Bei unbeschnittenen Männern tritt sie deutlich häufiger auf.
Zum Arzt gehört jede dieser Situationen:
Auch bei Immunschwäche, Diabetes oder einer Kortisonbehandlung sollte man nicht selbst behandeln. Dort kommen andere Erreger und schwerere Verläufe häufiger vor.
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Der wichtigste Risikofaktor ist ein erhöhter Blutzucker: Zucker im Urin und im Gewebe ist Nahrung für den Pilz. Eine Candida-Balanitis ist bei Männern über 40 nicht selten das erste Zeichen eines unentdeckten Diabetes, weshalb bei jedem Pilz, der wiederkommt, der Blutzucker gehört. Weitere Ursachen: Antibiotika, die die Schutzflora zerstören, SGLT2-Hemmer gegen Diabetes, die Zucker über den Urin ausscheiden, Vorhautverengung, Übergewicht, Immunschwäche, Kortison, zu viel Seife oder zu wenig Reinigung und eine Partnerin mit Scheidenpilz. Candida ist keine klassische Geschlechtskrankheit, kann aber hin- und hergereicht werden.
Meist eine Blickdiagnose. Bei Unsicherheit, bei Rückfällen oder wenn die Creme nicht wirkt, wird ein Abstrich genommen, der den Pilz nachweist und andere Ursachen ausschließt: Bakterien, Lichen sclerosus, Kontaktallergie oder eine Psoriasis, die ähnlich aussehen können. Ein Blutzucker- oder HbA1c-Test gehört bei Erwachsenen dazu. Harnröhrenausfluss spricht gegen Candida und für eine Harnröhrenentzündung.
Eine Antipilzcreme mit Clotrimazol, Miconazol oder Nystatin, zweimal täglich dünn auf Eichel und Vorhautinnenseite über ein bis zwei Wochen, auch einige Tage nach Abklingen der Beschwerden. Die Cremes sind rezeptfrei. Bei starker Entzündung wird kurz eine Kombination mit schwachem Kortison verwendet. Bei ausgedehntem Befall, Immunschwäche oder Versagen der Creme hilft eine einmalige Tablette Fluconazol 150 mg. Dazu: Vorhaut täglich zurückziehen und mit Wasser reinigen, gut trocknen, keine Seife, Baumwollunterwäsche, während der Behandlung Kondome oder Verzicht auf Sex. Die Beschwerden bessern sich meist in zwei bis drei Tagen.
Eine leichte Candida-Balanitis kann mit konsequenter Wasserreinigung und Trockenhalten innerhalb einer Woche abklingen. Bleibt der Auslöser bestehen, etwa ein hoher Blutzucker oder eine Partnerin mit Scheidenpilz, wird die Entzündung chronisch: Die Vorhaut verdickt sich, reißt beim Zurückziehen ein, und aus den Rissen entstehen Narben, die zur erworbenen Phimose führen. Wiederholte Entzündungen erhöhen zudem das Risiko für Harnröhrenentzündungen und, über Jahrzehnte, für Peniskrebs. Deshalb gilt bei Rückfällen: nicht nur die Creme, sondern die Ursache.
Ja, und umgekehrt. Bei einseitiger Behandlung steckt man sich gegenseitig wieder an. Deshalb werden bei Rückfällen beide behandelt, auch wenn nur einer Beschwerden hat.
Ja, die Wirkstoffe sind dieselben. Die Creme aus dem Kombipräparat kann verwendet werden, die Vaginaltablette nicht.
Leichte Fälle bessern sich mit Hygiene allein. Unbehandelt kann sich die Entzündung aber ausbreiten, Einrisse und Narben der Vorhaut verursachen und zur Phimose führen.
Leitlinien
• Edwards SK et al. 2022 European guideline for the management of balanoposthitis. International Journal of STD and AIDS 2023;34(5):281-296. PMID 36629835
• S1-Leitlinie Vulvovaginalkandidose. DGGG, AWMF-Register-Nr. 015-072, 2020.
Reviews
• Lisboa C et al. Candida balanitis: risk factors. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology 2010;24(7):820-826. PMID 19200183