Das kann ein Notfall sein. Je länger es dauert, desto schlechter wird die Durchblutung.
Häufigste Ursache: Die Vorhaut wurde zurückgezogen und nicht wieder zurückgestreift, oft nach dem Katheterlegen oder beim Waschen.
Versuchen Sie nicht, es mit Gewalt zu lösen. Fahren Sie in eine Notaufnahme, meist gelingt es dort von Hand, manchmal ist ein kleiner Schnitt nötig.
Versuchen Sie nicht, es mit Gewalt zu lösen. Je länger es dauert, desto schlechter wird die Durchblutung. Fahren Sie in eine Notaufnahme.
Bei einer Paraphimose ist eine enge Vorhaut hinter die Eichel zurückgestreift worden und lässt sich nicht mehr nach vorne bringen. Der enge Ring schnürt dann ab, was er eigentlich versorgen soll: Zunächst staut sich das Blut, die Eichel und die Vorhaut schwellen an, und mit der Schwellung wird der Ring noch enger.
Dieser sich selbst verstärkende Kreislauf ist der Grund, warum aus einer zunächst harmlosen Situation innerhalb von Stunden ein Notfall wird.
Zwei Situationen machen den größten Teil der Fälle aus.
Nach Katheterisierung oder Untersuchung. Für das Einlegen eines Katheters wird die Vorhaut zurückgestreift und danach vergessen zurückzuschieben. Das ist die häufigste Ursache im Krankenhaus und vollständig vermeidbar.
Bei bestehender Vorhautverengung. Betroffen sind vor allem Jungen und junge Männer, oft beim ersten kraftvollen Zurückstreifen oder im Zusammenhang mit sexueller Aktivität.

Das Ziel ist immer dasselbe: die Schwellung so weit reduzieren, dass die Vorhaut über die Eichel zurückgleitet.
Bei Jungen ist die Vorhaut in den ersten Lebensjahren natürlicherweise eng und mit der Eichel verklebt. Das ist keine Erkrankung, sondern der Normalzustand, und er löst sich in den meisten Fällen bis zur Pubertät von selbst.
Daraus folgt die wichtigste Regel für Eltern: Die Vorhaut kleiner Jungen wird nicht gewaltsam zurückgestreift, weder beim Baden noch zur Reinigung. Genau dieses gut gemeinte Zurückstreifen ist eine der häufigsten Ursachen für eine Paraphimose im Kindesalter, und es kann durch kleine Einrisse eine narbige Verengung erst erzeugen.
Zur Reinigung genügt klares Wasser von außen. Was sich von selbst löst, darf sanft gereinigt werden, alles andere bleibt, wo es ist.
Der zurückgestreifte Vorhautring wirkt wie ein Gummiband um den Penisschaft. Zuerst drückt er die dünnwandigen Lymphgefäße und Venen ab, während die Arterien mit ihrem höheren Druck zunächst weiter Blut heranführen.
Damit ist der Kreislauf in Gang: Es fließt mehr hinein als heraus, Eichel und Vorhaut schwellen an, der Ring wird enger, der Abfluss noch schlechter. Diese Phase ist schmerzhaft, aber gut behandelbar.
Hält der Zustand an, steigt der Gewebedruck so weit, dass auch der arterielle Zufluss nachlässt. Jetzt wird das Gewebe nicht mehr ausreichend versorgt, und genau ab hier drohen bleibende Schäden. Das erklärt das scheinbar paradoxe Warnzeichen: Lassen die Schmerzen nach, während die Schwellung bleibt, ist das kein gutes, sondern ein schlechtes Zeichen.
Drei Gruppen sind besonders betroffen, und in allen dreien ist das Ereignis vermeidbar.
Pflegebedürftige Menschen mit Katheter. Hier entsteht die Mehrzahl der Fälle im Krankenhaus und in der häuslichen Pflege, schlicht weil die Vorhaut nach der Versorgung nicht zurückgestreift wurde.
Jungen und junge Männer mit enger Vorhaut. Oft beim ersten kraftvollen Zurückstreifen, häufig im Zusammenhang mit ersten sexuellen Erfahrungen und dann verbunden mit großer Scham, was den Gang zum Arzt verzögert.
Männer mit Diabetes oder chronischer Balanitis. Wiederholte Entzündungen führen zu einer narbigen Verengung, die den Ring unnachgiebiger macht.
Für alle drei gilt derselbe Satz: Ein Ereignis reicht als Anlass, die Ursache zu klären, statt nur den Notfall zu beheben.
Die Reposition beendet den Notfall, beseitigt aber nicht die Ursache. Bestand eine Vorhautverengung, wird sie danach behandelt, zunächst mit einer kortisonhaltigen Salbe, bei Erfolglosigkeit oder Wiederholung durch eine Beschneidung.
War ein Katheter der Auslöser, geht es nicht um eine Operation, sondern um die Handhabung. Ein Hinweis im Pflegebericht und ein Gespräch mit den Beteiligten verhindern die Wiederholung zuverlässiger als jeder Eingriff.
In den ersten Minuten, wenn die Schwellung noch gering ist, gelingt das häufig: Eichel gleichmäßig umschließen, einige Minuten Druck halten, dann vorsichtig zurückschieben. Gelingt es nicht auf Anhieb, brechen Sie ab. Wiederholte kräftige Versuche verstärken die Schwellung und machen die spätere Behandlung schwieriger.
Nein. Bei einmaligem Ereignis nach einer Katheterisierung reicht meist die richtige Handhabung. Empfohlen wird eine Beschneidung, wenn eine echte Vorhautverengung besteht, die auf Salbe nicht anspricht, oder wenn sich das Ereignis wiederholt.
Leitlinien
• European Association of Urology. EAU Guidelines on Paediatric Urology. Ausgabe 2025.
• Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie, Deutsche Gesellschaft für Urologie. S2k-Leitlinie Phimose und Paraphimose bei Kindern und Jugendlichen. AWMF-Registernummer 006-052.